Mainz – Als wäre nichts gewesen: Länderspiel, Ehrentribüne – und Reinhard Grindel mittendrin, wenngleich weniger beachtet als früher. Der als DFB-Präsident und von seinen lukrativen Ämtern in UEFA-Exekutive und FIFA-Rat zurückgetretene Jurist/Journalist/Politiker trug eine Akkreditierung um den Hals und ein Bändchen, das Eintritt zum guten Essen gewährt, ums linke Handgelenk. Die Uhr am rechten konnte man nicht sehen unterm Jackett-Ärmel.
Grindel ist auffällig oft in Stadien zu sehen: Deutsches Pokalfinale in Berlin, Endspiel der Champions League, Länderspiel Deutschland – Estland. Als er sich im Zuge seiner Uhren-Affäre in der DFB-Zentrale in Frankfurt von den Mitarbeitern verabschiedete, sagte man ihm, er sei bei Länderspielen immer gerne gesehen – so sich kein Konflikt mit den Compliance-Regeln ergäben. Offensichtlich ist Grindel nun Selbstzahler.
Sein auch wieder präsenterer Vorgänger Wolfgang Niersbach ließ sich vom DFB, als er 2015 wich, laut „Spiegel“ offiziell ein „Privilegienpaket“ zusichern. gük