Brunnthal – Die Motorsportwelt trauert um Dennis Lippert. Der 23-Jährige Motorrad-Pilot aus Brunnthal (Landkreis München) ist nach einem tragischen Unfall auf der Rennstrecke in Oschersleben seinen Verletzungen erlegen.
Mit großen Hoffnungen war der junge Sportler Anfang Juni nach Oschersleben (Sachsen-Anhalt) gekommen. Zum zweiten Mal erst ging er beim Supersport-600-Rennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) für das neue Team Ravenol Endurance an den Start. „Ich reise mit einem guten Gefühl an“, schrieb der 23-Jährige noch optimistisch am 27. Mai auf seiner Fan-Seite bei Facebook. Er galt als aufstrebendes Talent in der Motorsport-Szene, wurde im vergangenen Jahr sogar IDM-Siebter.
Am vergangenen Samstag dann passierte das Unglück: In der dritten Runde des Rennens überholte Dennis Lippert den Kroaten Martin Vugrinec. Aus bisher ungeklärten Gründen verlor der Brunnthaler die Kontrolle über seine Yamaha und stürzte. Vugrinec konnte nicht mehr ausweichen und überrollte mit seiner Maschine den Kopf des Brunnthalers. Der 23-Jährige wurde noch auf der Strecke reanimiert und anschließend mit einem Rettungshubschrauber in die Uni-Klinik nach Magdeburg gebracht. Am Dienstag erlag er dort seinen schweren Verletzungen.
Familie, Freunde und Fans stehen unter Schock. „Wir werden Dich immer als Champion in unseren Herzen tragen“, schreibt Dennis’ Team Ravenol auf Facebook. Und viele Freunde bekunden ihre Trauer: „Die ganze Fahrer-Gemeinde trauert. Es ist ein Schock für uns alle! Mach’s gut Dennis, wo auch immer Du bist. Alles Hoffen und Bangen hat nicht geholfen.“ Dennis’ älterer Bruder Christian Lippert postete am Dienstag ein Familienfoto, auf dem er gemeinsam mit Dennis und seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Marco (21) zu sehen ist, mit den Worten: „So ein Bild wird es nie wieder geben.“
Marco Lippert eiferte seinem Bruder nach, teilte mit ihm die Begeisterung für den Motorsport. Auch er begann mit dem Motorradrennen und ging mit seinem Bruder Dennis in Oschersleben in diesem Jahr zum ersten Mal gemeinsam an den Start, allerdings in der Superstock-Klasse. Am Tag des Unglücks fuhr Marco an der Unfallstelle seines Bruders vorbei. Es muss ein furchtbarer Moment für den 21-Jährigen gewesen sein.
Auf Facebook veröffentlichte Marco nach dem Tod seines Bruders ein symbolträchtiges Foto: Eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, auf der er mit seinem Bruder die Rennstrecke abgeht. Ein gemeinsamer Weg, bei dem zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnte, dass es der letzte sein würde.