München – Es ist fast ein wenig still geworden um die Playoffs der Basketball-Bundesliga. Seit Sonntag schon ist das Halbfinale Geschichte. Und erst am kommenden Sonntag (18.00 Uhr) geht das Rennen um den neuen Champion mit dem Duell des FC Bayern mit Alba Berlin in die nächste Runde. Die Begeisterung über die lange Pause hält sich gerade beim Titelverteidiger aus München in Grenzen. So wie bei Center Devin Booker: „Das war definitiv zu lang.“
Aber es ist der Preis für die sportlichen Entwicklungen in dieser Saison. Mit dem FC Bayern und Berlin drückten zwei Teams dieser Spielzeit den Stempel auf. Beide rauschten im Eiltempo mit zwei 3:0-Serien durch die bisherigen Playoffs – Alba gegen Ulm und Oldenburg, die Bayern gegen Braunschweig und Vechta. Dass man sich nun wie im Vorjahr in der Finalserie trifft, ist auch für Alba-Geschäftsführer Marco Baldi nur folgerichtig: „Ich denke schon, dass das die beiden derzeit besten Mannschaften sind.“
Doch es deutet einiges darauf hin, dass es die Verwirklichung dessen ist, was viele schon 2011 nach dem Aufstieg der Bayern erwartet hatten. Ein Klassiker eben, ein Duell von zwei Branchenführern, so wie es im Fußball der FC Bayern und Borussia Dortmund bieten. Schöner Zufall, dass Alba ja seit geraumer Zeit eine Kooperation mit Borussia Dortmund unterhält. „Eigentlich sind wir doch schon so weit“, sagte Bayern-Chef Marko Pesic, „zwischen beiden Teams hat es doch schon so viele tolle Spiele gegeben“.
Aber die Dinge haben sich weiterentwickelt. Die Bayern richten den Blick längst nach Europa. Man hat einen Kader zusammengebaut, der sich in der Euroleague bewiesen und trotzdem ohne merklichen Leistungsknick die BBL beherrscht hat. Die Wettkampfhärte aus den Duellen mit den Besten Europas könnte dem Team von Trainer Dejan Radonjic nun helfen.
Der Spagat mit dem europäischen Geschäft ist dem im Eurocup engagierten Finalgegner aus Berlin nur teilweise geglückt. So sind insgesamt sieben Saisonniederlagen zu erklären. Doch nun haben auch die Hauptstädter durch den Finaleinzug in der BBL ihren Platz in der Königsklasse sicher. Das wird nicht zuletzt auch den finanziellen Spielraum verbessern.
In der Euroleague werden Siegprämien ausgeschüttet, immerhin 40 000 Euro pro Erfolg. So schaufelten sich die Bayern in diesem Jahr alleine mit ihren 14 Siegen immerhin 560 000 Euro aufs Konto. Und natürlich sind Duelle mit Real Madrid oder Fenerbahce Istanbul besser zu vermarkten als Eurocup-Partien gegen Limoges oder Gdynia. Dass der Euroleague-Platz auch den Zugang zu einer noch besseren Spielerkategorie eröffnet, versteht sich von selbst. Pesic jedenfalls ahnt: „Man muss natürlich abwarten, wie es in der nächsten Saison läuft“, sagte er, „aber es kann schon sein, dass sich die Vereine in der Euroleague einen gewissen Vorsprung erarbeiten.“
So wie ihn die Bayern derzeit vielleicht noch vor dem Rivalen haben. So wie es auch das letzte Hauptrundenduell vor dem Playoffstart zeigte. In der Berliner Arena ließ der Titelverteidiger den Herausforderer mit 85:75 doch ziemlich unsanft abblitzen. Marco Baldi indes ist das egal. Ebenso wie die bislang fünf Playoffserien, die Alba bislang allesamt verlor. „Alles was bisher gespielt wurde, ist history“, sagte er, Vergangenheit also, „jetzt haben wir ein neues Kapitel vor uns.“