Hockey
Eishockey-Star Leon Draisaitl fieberte oben auf der Tribüne mit. Doch was er dann sah, konnte dem NHL-Crack ganz und gar nicht gefallen. Die deutschen Hockey-Herren um Niklas Wellen, dem Freund von Draisaitls Schwester Kim, erlebten mit dem 0:8 gegen Belgien in der Pro League ein historisches Debakel. „Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden“, sagte Bundestrainer Stefan Kermas nach der höchsten Niederlage einer deutschen Herrenmannschaft seit einem 1:9 in England vom 8. November 1913 (!): „Alles, was wir heute probiert haben, ging total in die Hose – und dann steht am Ende ein 0:8 da, das sich nicht gut anfühlt.“ Die Klatsche vor nur 689 Zuschauern erwischte Kermas und Co. gänzlich unerwartet. Schließlich hatte die Mannschaft in den vergangenen Wochen eine exzellente Form gezeigt, auch gegen den Weltmeister deutete in den ersten 15 Minuten nichts auf ein Debakel hin. Doch „danach sind wir regelrecht eingebrochen“, sagte Kermas, der die Welt nicht mehr verstand: „Von Viertel zu Viertel ging die Fehlerquote nach oben, ging die Zweikampfquote nach unten, ging das Energielevel nach unten.“
Golf
Der deutsche Golfprofi Martin Kaymer (Mettmann) will mögliche Erfolgserlebnisse künftig mehr auskosten als noch zu seinen Glanzzeiten. „Ich habe Erfolg und Misserfolg immer gleich angesehen, das war mein größter Fehler im Golf“, schrieb der 34-Jährige im Blog für die European Tour: „Dem Martin Kaymer von 2010 würde ich raten, die Erfolge mehr zu feiern.“ Vor knapp zehn Jahren war Kaymer in der Form seines Lebens gewesen, er gewann sein erstes von bislang zwei Major-Turnieren und eroberte die Spitze der Weltrangliste. Aktuell belegt Kaymer den 97. Platz im Ranking – was ihn durchaus entspannter macht. „Ich muss in Ruhe Schritt für Schritt gehen, um wieder nach ganz vorne zu kommen. Dafür braucht es aber Zeit und vor allem Gelassenheit“, so Kaymer.
Tennis
Der britische Tennisprofi Andy Murray (32), der rund vier Monate nach seiner Hüftoperation beim Turnier im Londoner Queen’s Club (ab Montag) im Doppel auf die ATP-Tour zurückkehrt, hat nun auch sein Einzel-Comeback im Blick. „Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr irgendwann wieder Einzel spielen kann“, sagte der Schotte. Er habe aber noch „viel Arbeit“ vor sich, um wieder auf Top-Niveau zu kommen.