Stand jetzt: Bierofka bleibt

von Redaktion

Sportchef Gorenzel geht davon aus, dass der Löwen-Trainer weitermacht

VON LUDWIG KRAMMER

München – Es wird ein personell betrachtet höchst unaufgeregter Trainingsauftakt, wenn sich die Profis des TSV 1860 an diesem Montag um zehn Uhr zum Laktattest in der Sportschule Oberhaching versammeln. Zwei abgewanderten Stammspielern (Simon Lorenz, Prince Owusu) und drei Dauerverletzten (Quirin Moll, Stefan Lex, Semi Belkahia) steht kein externer Zugang gegenüber. Die Hoffnung auf „mindestens zwei neue Spieler“ (Geschäftsführer Scharold) hat sich bislang ebensowenig erfüllt wie Saki Stimoniaris’ Weichenstell-Ankündigung samt Jobgarantie für alle loyalen Spieler. Immerhin: Daniel Bierofka ist noch da. Stand heute gehe er davon aus, dass der alte Trainer auch der neue sein wird, sagte Sportchef Günther Gorenzel am Freitag auf Nachfrage. Der Rest: beredtes Schweigen.

Und so beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison vier Wochen nach dem 0:4-Debakel in Jena in einer Gemütsverfassung, die der „Kicker“ kürzlich als „Abbruchstimmung“ bezeichnet hat. Viel mehr als Abstiegskampf dürfte mit dem vorhandenen Kader kaum möglich sein, die Gegenwart gehört ohnehin dem Wahlkampf. Am 30. Juni wird sich bei der Mitgliederversammlung im „Zenith entscheiden, ob der von Präsident Robert Reisinger verordnete Kurs ohne neue Ismaik-Darlehen mehrheitsfähig ist. Die eher dem Investor gewogenen Anhänger wollen zahlreicher erscheinen als in den vergangenen Jahren, im Internet laufen längst entsprechende Mobilisierungskampagnen. Von einer Marathonsitzung ist auszugehen. Die einfache Mehrheit bei den Anwesenden würde Reisinger schon reichen, um den e.V. weitere drei Jahre regieren zu können.

Wie die Faktenlage bis dahin sein wird? Das ist die Frage, um die sich derzeit alles dreht bei 1860. Auch gestern waren die mit Hauptsponsor Die Bayerische ausgehandelten Verträge über eine Aufstockung des Sponsorings und den Verkauf der Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum noch nicht unterschrieben. Geschäftsfüher Scharold will eine einvernehmliche Lösung zwischen den Gesellschaftern herbeiführen. Problem: Es gibt keine Kommunikation zwischen e.V. und Ismaik, die diese Bezeichnung verdienen würde. Bleibt nur das Warten auf eine einseitige Lösung und/oder ein möglichst klares Votum am 30. Juni. Doch Sechzig wäre nicht Sechzig, wenn auf den letzten Drücker nicht doch noch alles ganz anders kommen könnte.

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