Ein Junger am Drücker

von Redaktion

Der Bayerische Sportschützenbund wählt Christian Kühn, 50, zum Nachfolger von Wolfgang Kink

Garching-Hochbrück – Bis zum Samstagnachmittag herrschte große Einigkeit bei der 69. Delegiertenversammlung des Bayerischen Sportschützenbundes in der Druckluftwaffenhalle der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück. Verdiente Mitglieder wurden geehrt, Berichte der Abteilungen verlesen, Innenminister Horst Seehofer (CSU), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ehrten in ihren Grußworten den scheidenden Landesschützenmeister Wolfgang Kink und sicherten den Schützen politische Unterstützung zu. Der alte Vorstand wurde einstimmig entlastet, der Haushaltsplan für 2019 ebenso einstimmig angenommen.

Vor der mit Spannung erwarteten Wahl von Kinks Nachfolger teilten sich die Delegierten dann allerdings in zwei Lager. Während die eine Seite auf einen Generationenwechsel durch den 50 Jahre alten Christian Kühn hoffte, favorisierte die andere den 19 Jahre älteren Jürgen Sostmeier. Selbst als die Wahl schon lief, schnappte sich ein Mann aus dem Publikum das Mikrofon, um noch einmal eine Wahlempfehlung abzugeben – woraufhin der erste Wahlgang für ungültig erklärt wurde.

Nach einer kurzen Pause klappte es dann im zweiten Anlauf, Kühn setzte sich mit 131:84 Stimmen durch. Nach der Wahl zeigte sich der neue Landesschützenmeister erleichtert, er hatte mit einem noch knapperen Ergebnis gerechnet. „Die Bezirke waren nicht so wohlgestimmt, dass so ein Junger rankommt“, erklärte er: „Ich kann es noch gar nicht so richtig einordnen, aber es fühlt sich gut an.“

Auf den neuen Chef der bayerischen Sportschützen wartet nun viel Arbeit. In der Olympia-Schießanlage stehen Sanierungsarbeiten an, die Förderung der Spitzensportler mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio 2020 ist genauso ein wichtiges Thema wie das Vorantreiben der Digitalisierung. Kühn kündigte an, als erste Maßnahme viele Gespräche führen zu wollen, mit den verschiedenen Abteilungen, mit den Gau-Schützenmeistern und den Sportlern selbst. „Ich muss wissen, wo steht was an? Wo drückt der Schuh? Über zwei, drei Ecken hört man viel. Ich will es aus erstem Munde hören. Und wenn ich diese Gespräche geführt habe, werde ich die Gremien zusammenholen und dann wird beraten“, erklärte Kühn.

Sein Vorgänger Wolfgang Kink blickte in seiner Ansprache auf seine Amtszeit zurück, der 71-Jährige bedankte sich sichtlich gerührt für die Unterstützung, insbesondere bei seiner Familie. Von den Delegierten wurde er zum Ehrenlandesschützenmeister ernannt, die höchste Auszeichnung die der BSSB zu vergeben hat. Elf Jahre stand Kink dem Sportschützenbund vor, 33 Jahre gehörte er zum Vorstand. Lange Amtszeiten haben beim BSSB Tradition, am Samstag wurde überhaupt erst der fünfte Landesschützenmeister in der Nachkriegszeit gewählt. Auch Christian Kühn hat sich bereits Gedanken zu seiner Amtszeit gemacht. „20 Jahre sind zu lang. Drei Wahlperioden sind zwölf Jahre, dann ist es Zeit, wieder das Zepter zu wechseln“, erklärte er. CHRISTIAN STÜWE

Artikel 5 von 11