Fehlstart verboten

von Redaktion

U21-EM Nübel steht heute beim Auftaktspiel gegen Dänemark im DFB-Tor, Tah ist Kapitän

Fagagna/Udine – Bloß kein Fehlstart – die deutschen U21-Fußballer sind gleich zum Auftakt der Europameisterschaft in Italien und San Marino voll gefordert. 718 Tage nach dem EM-Triumph von Krakau startet für U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz und seine neu formierte Mannschaft heute mit der Partie gegen Dänemark (21.00 Uhr/ARD) in Udine das Unternehmen Titelverteidigung. „Wir haben einfach Bock, dass es jetzt losgeht“, sagte Innenverteidiger Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), dem Kuntz bei der EM das Kapitäns-Amt übertragen hat.

Als erste deutsche U21 wollen die DFB-Junioren beim Turnier in Italien und San Marino die Titelverteidigung schaffen. Der Modus, bei dem nur die Gruppensieger und der beste von drei Gruppenzweiten ins Halbfinale kommen, erlaubt allerdings kein entspanntes Eingewöhnen ins Turnier. „Man darf sich eigentlich keinen Patzer erlauben“, mahnte Lukas Klostermann von RB Leipzig. Nach der Auftakt-Prüfung gegen die Dänen folgen die Gruppenspiele gegen Serbien (20. Juni) und Österreich (23. Juni).

Bei der Kapitäns-Frage musste sich Kuntz zwischen Tah und Klostermann entscheiden. Tah bekam den Zuschlag – und erklärte: „Ich freue mich und es ist eine große Ehre für mich.“ Kuntz hatte zuvor noch die Bedeutung des Kapitäns-Amtes hervorgehoben. „Bei mir was es früher schon so: Ich fühlte mich eine Idee stärker, wenn ich Kapitän war. Auch das ist zu bedenken“, sagte der Coach.

Im DFB-Tor wird gegen die Dänen Alexander Nübel von Schalke 04 stehen. Er setzte sich gegen Florian Müller (Mainz 05) durch. Allerdings gilt die Regelung zunächst nur für das Spiel gegen Dänemark. Bei der Torhüter-Frage wollte Kuntz vor allem taktische Gesichtspunkte in seine Entscheidung einbeziehen. „Für uns ist es zum Beispiel entscheidend, ob wir hinten herausspielen wollen und somit die fußballerischen Qualitäten wichtig sind – oder nicht“, sagte Kuntz. Schlussmann Markus Schubert von Dynamo Dresden, der ebenfalls mit nach Italien gereist ist, soll nach der EM zur neuen Nummer eins der U21 aufgebaut werden.

Mindestziel der DFB-Auswahl bei der EM ist der Halbfinal-Einzug und damit die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020. Natürlich wollen die deutschen U21-Fußballer aber wie ihre Vorgänger möglichst auch um den Titel mitspielen, Ziel ist das Finale in Udine am 30. Juni – exakt zwei Jahre nach dem Triumph von 2017. „Klar ist es unser Anspruch als Deutschland, den Titel zu holen“, sagte Timo Baumgartl (VfB Stuttgart). „Es sind schon ein paar Mannschaften dabei, die wir erst mal aus dem Weg räumen müssen. Trotzdem können wir das mit Selbstbewusstsein angehen.“

Die Zeit zur Akklimatisierung in Italien war für den deutschen Nachwuchs mit nur drei Tagen vor dem ersten Spiel kurz – dennoch sieht Kuntz keine Probleme. „Die Umstände sind super, das Hotel ist klasse. Von daher ist alles in Ordnung“, sagte er.  dpa/sid

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