Ismaik legt sich mit Hauptsponsor an

von Redaktion

München – Am späten Sonntagabend hat Hasan Ismaik noch einmal nachgelegt. Auf seiner Facebookseite, wo am Freitag bereits Michael Scharold, der Geschäftsführer des TSV 1860 attackiert und kritisiert worden war, veröffentlichte der Investor (bzw. seine Agentur) einen neuen Text – mit einem neuen Mann im Mittelpunkt: Martin Gräfer, der Vorstandsvorsitzende des 1860-Hauptsponsors Die Bayerische.

Das liest sich dann so: „Wie sich Herr Gräfer seit geraumer Zeit in Szene setzt, geht weit über den Aufgabenbereich eines Sponsors hinaus.“ Oder so: „Es steht ihm weder zu, die Geschäfte bei 1860 lenken zu wollen, noch unserem Trainer Daniel Bierofka Tipps zu geben.“ Oder auch so: „Gräfer benutzt die Bühne 1860 als One-Man-Show.“

Nun ist es leicht zu erklären, warum Ismaik sich Gräfer herausgepickt hat. Dieser hatte am Sonntag verkündet, dass ein Vertrag zwischen seinem Unternehmen und dem Fußballverein unterschriftsbereit sei. Der Deal: Die Bayerische zahlt mehr Geld (500 000 Euro sollen sofort überwiesen werden, um den Drittligakader aufzurüsten) und erwirbt dafür die Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum der Löwen. Nun erwiderte Ismaik, dass jene Rechte „auch mit zeitlicher Begrenzung nicht zum Verkauf“ stünden.

Das kann Ismaik zwar nicht verbieten, teilte es aber trotzdem mit. Der Investor fürchtet wohl, dass der Einfluss des Hauptsponsors, der 2017 „für einen überschaubaren finanziellen Einsatz sehr viel Leistung bekommen“ habe, zu groß wird. Er nennt Gräfers Vorstoß mit Blick auf die Mitgliederversammlung (30. Juni) eine „abgestimmte Wahlhilfe“, denn er findet, dass die Versicherung „ein besonderes Verhältnis zu den e.V.-Verantwortlichen pflegt“.

Als Reaktion auf Ismaiks Facebookattacken meldete sich dann auch jener e.V. zu Wort. In einer Stellungnahme, unterzeichnet von Präsident Robert Reisinger und den Vizepräsidenten Hans Sitzberger und Heinz Schmidt, stellte sich das Präsidium hinter Geschäftsführer Scharold – und rügte zugleich Ismaik.  cfm

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