Neu-Isenburg – Die DFL hat die Reform beschlossen, der DFB will so schnell wie möglich nachziehen: Der deutsche Fußball hat die Weichen für die Zukunft gestellt und seinen Willen zur Erneuerung demonstriert. Dass bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) der ohnehin schon mächtige Christian Seifert den Präsidenten ersetzt, geriet angesichts der konkreten Vorstellungen über den neuen Deutschen Fußball-Bund (DFB) fast schon zur Nebensache.
„Es wurde eine deutlichere Trennung zwischen der DFB GmbH und dem DFB e.V. mit seinen gemeinnützigen Aktivitäten skizziert“, sagte DFL-Geschäftsführer Seifert nach der Mitgliederversammlung am Dienstag in Neu-Isenburg: „Wir befinden uns mit dem DFB in einer wirklich extrem konstruktiven Zusammenarbeit. Die Diskussion tut gut.“
Schon „in absehbarer Zeit“, so der Wunsch Seiferts, solle auch „das Profil des künftigen Präsidenten klar werden. Wir finden hoffentlich einen Kandidaten, der den DFB in die Zukunft führen kann. Es ist eine wichtige Position – aber nicht die schwierigste Personalie Deutschlands.“
Da der DFB ankündigte, die Frist für die Nominierung eines Präsidentschafts-Kandidaten vom 1. August auf Ende August verschieben zu wollen, könnte die DFL einen Beschluss zur Nominierung bei ihrer Generalversammlung am 21. August fassen – dem Zeitpunkt, ab dem sie selbst endgültig in eine neue Ära aufbrechen will.
An diesem Tag wird Reinhard Rauball nämlich, wie bereits im vergangenen September angekündigt, aus seinem Amt als DFL-Präsident scheiden. Die Position des 72-Jährigen wird nicht neu besetzt werden, vielmehr soll Seifert als DFL-Boss zum Sprecher des Präsidiums aufsteigen.. Rauball hatte mit seiner Rückzugsankündigung die Suche nach einer neuen Ordnung erst so richtig angeregt. Dass diese früher oder später kommen müsse, hatten die 18 Erstligisten bereits bei einer Versammlung am 26. April mehrheitlich beschlossen. Spätestens bei der Generalversammlung in Berlin werde laut Seifert die Reform dann auch „mit neuen Personen und Namen belegt“. Der starke Mann der DFL skizzierte zudem die dringendsten Themen für die Zukunft neben der Fortsetzung des nun eingeschlagenen Modernisierungsprozesses.
Auf Wettbewerbsebene sei dies die Mitgestaltung der europäischen Wettbewerbe und die Mitwirkung an „einem größeren Reformpaket, dem wir grundsätzlich nicht im Weg stehen“, versicherte Seifert. Zudem will die DFL weiter an der Vergabe der nationalen Medienrechte arbeiten – und natürlich an einer erfolgreichen Zukunft des DFB. sid