Leipzig/Paderborn – Rolle rückwärts: Am massiven Protest der entsetzten Fans soll es – so zumindest die offiziell Version – nicht gelegen haben. Aber der SC Paderborn und RB Leipzig wollen nun doch nicht – wie zunächst vereinbart und verkündet – zusammenarbeiten. „RB Leipzig und der SCP07 sind übereingekommen, dass ein zielgerichteter fachlicher Austausch im Rahmen der geplanten sportlichen Kooperation unter den gegebenen inhaltlichen Rahmenbedingungen aufgrund unterschiedlicher Ansichten nicht wie geplant umsetzbar ist“, schrieb RB.
Der SC Paderborn wies unter der Überschrift „Klare Entscheidung“ darauf hin, „dass es keine weiteren Beweggründe gibt“ und beendete damit seinerseits praktisch die vor allem unter einigen SCP-Fans hitzig geführte Diskussion um die Kooperation mit den Leipzigern. „Weitere Details werden nicht kommentiert“, schrieben die Paderborner.
Vor allem SCP-Anhänger hatten die im Zuge des Wechsels von Sportdirektor Markus Krösche vom Aufsteiger aus Ostwestfalen zum Champions-League-Teilnehmer aus Sachsen geplante Zusammenarbeit scharf kritisiert und sogar mit einem Boykott gedroht. Nach eigenen Angaben hatte die Paderborner Fanszene am Wochenende zudem Flyer unter dem Titel „DAS steckt hinter RB“ an rund 32 000 Haushalte in der Stadt des Aufsteigers verteilt. Für die Anhänger bedeutete die geplante Kooperation einen „Imageschaden“, sie schrieben von drohendem „Werteverfall, Identitätsverlust und Instrumentalisierung“.
Allerdings gab es auch Unruhe in Fanclubs der Leipziger. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff konnte die Kritik nicht nachvollziehen. „Es gibt weder wirtschaftliche Interessen noch Absprachen mit Paderborn“, hatte er gesagt. Die Zusammenarbeit sei geprüft und sauber, von der Deutschen Fußball Liga gebe es keine Einwände.
Mintzlaff hatte auch gesagt: „Wenn es einzelne Gruppierungen gibt, die sich bei uns gequält fühlen, dann sollen diese doch bitte daheim bleiben. Wir haben eine riesige Fan-Basis, zwingen niemanden, in unser Stadion zu kommen.“ Auch diese Aussage hatte viele RB-Anhänger erbost. dpa