Eine Hand am Meister-Pokal

von Redaktion

Bayerns Basketballer siegen in Berlin 82:77 und könnten am Sonntag erneut den Titel holen

VON FABIAN RIESE

Berlin – Einen ersten kleinen Triumphzug haben die Basketballer des FC Bayern schon einmal testen dürfen. Die mitgereiste Fangemeinde hatte sich auf dem kurzen Weg zum Münchner Mannschaftsbus postiert und spendete den Helden der Berliner Nacht freundlichen Applaus. 82:77 (45:46) hatte der FC Bayern auch dieses rasante zweite Finalspiel bei Alba Berlin gewonnen. 2:0 also in der Serie nach dem Modus best of 5. Schon am Sonntag (18.00 Uhr) könnte die fünfte Meisterschaft eingetütet sein. Eine Ausgangssituation, die auch ihre Tücken hat, wie Bayern-Trainer Dejan Radonjic bemerkte. „Es gibt noch nichts zu feiern“, stellte der Montenegriner klar, „Berlin wird am Sonntag noch einmal hundert Prozent geben.“

Und das immerhin hat sich der Herausforderer aus der Hauptstadt in diesen beiden ersten Kapiteln des Finales 2019 bewiesen: Man bewegt sich auf Augenhöhe zum Champion. Das erste Spiel im Audi Dome hätte Alba vielleicht sogar gewinnen müssen, das zweite am Mittwochabend zumindest gewinnen können. Und die BBL wird mit Erleichterung registriert haben: Die Unparteiischen spielten diesmal keine Rolle. Die Liga hatte in Anne Panther eine ihrer Spitzenkräfte entsandt. Und die machte ihre Sache gut.

Dafür zeigten die erneut bemerkenswert defensivstarken Bayern am Ende die Qualität, vor der sich (der diesmal bei der Abiturfeier seiner Tochter weilende) Alba-Manager Marco Baldi schon im Vorfeld gefürchtet hatte. Wie schon im ersten Spiel hatten sie den stürmischen Berliner Start ziemlich unaufgeregt gekontert. Und in jenen Phasen, in denen es am wichtigsten ist, machten die Münchner ihre Punkte. Auch für den früheren Berliner Leon Radosevic war das der Schlüssel. „Wir waren einfach ruhiger und cooler“, sagte er, „das war in dieser Atmosphäre wichtig.“

So kämpfte sich Alba im Schlussviertel mit einem 11:0-Lauf noch einmal bis auf einen Punkt heran – prompt packten Devin Booker (16 Punkte) als Krönung eines spektakulären Auftritts und Vladimir Lucic (8) eben fünf Punkte drauf. Wenig später versenkte Berlins Supertalent Franz Wagner, der nicht zuletzt mit seinen 14 Punkten eine vehemente Bewerbung für ein College-Engagement in Übersee abgab, einen Dreier. Doch Petteri Koponen und erneut Lucic wischten an der Freiwurflinie die letzten Berliner Hoffnungsschimmer auf den Gleichstand in dieser Serie beiseite.

Auch Alba-Star Luke Sikma, der im erwartet hitzigen Duell wie Teamkollege Rokas Giedraitis und Bayerns Danilo Barthel mit fünf Fouls vorzeitig auf die Bank musste, fand es beeindruckend. „Sie sind ein tiefes, erfahrenes Team“, sagte er, „wir haben alles versucht, aber das ist sehr schwer.“

Fürs Erste jedenfalls haben die Münchner auf dem Weg zur Titelverteidigung alle Trümpfe in der Hand. Die Vorgabe von Geschäftsführer Marko Pesic ist seit Mittwoch abgehakt. „Ich glaube, dass wir einmal in Berlin gewinnen müssen, um Meister zu werden“, hatte der nach dem zittrigen Finalauftakt gesagt. Und selbst wenn es nichts werden sollte aus der Meisterparty am Sonntag in eigener Halle, hätten die Bayern kommenden Dienstag in Berlin bereits Matchball Nummer zwei.

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