Arlesheim – Die erlösende Diagnose kam zu später Stunde, aber sie kam, und das war das Wichtigste für Geraint Thomas. Die Abschürfungen an der Schulter schmerzten, das Nähen des Cuts über dem rechten Auge war eine leidige Prozedur, doch wenigstens musste der Tour-de-France-Sieger nicht das Schicksal seines Ineos-Teamkollegen Christopher Froome teilen.
Keine Brüche, keine Operation – die Mission Titelverteidigung bei der bevorstehenden Frankreich-Rundfahrt (6. bis 28. Juli) ist trotz des schweren Sturzes bei der Tour de Suisse nicht in Gefahr. „Es ist natürlich frustrierend und ein kleiner Rückschritt in meinen Vorbereitungen, aber ich habe noch genügend Zeit bis zum Tour-Start in Brüssel“, sagte Thomas. 30 km vor dem Ziel der vierten Etappe war der Waliser zu Fall gekommen. Der vor ihm fahrende Kasache Andrej Seiz hatte eine Bodenwelle übersehen, Thomas konnte nicht mehr ausweichen und stürzte auf den Kopf. Die Untersuchungen ergaben keine schwerwiegenden Verletzungen, dennoch entschied Teamarzt Derick Macleod, den 33-Jährigen aus dem Rennen nehmen zu lassen. „Es wird nicht lange dauern, bis er wieder auf dem Rad sitzt. Aber wir müssen sichergehen, dass er auch in den kommenden Tagen ohne Symptome bleibt“, so Macleod. Thomas wandte sich inzwischen via Twitter an seine Fans. „Ich bin okay “, schrieb er.
Thomas’ Sturz hatte zwischenzeitlich für helle Aufregung bei der britischen Star-Equipe gesorgt – zu frisch waren die Erinnerungen an die schweren Verletzungen von Froome. Der viermalige Tour-Sieger war beim Training am Rande des Criterium du Dauphine so schwer gestürzt, dass er mehrere Knochenbrüche erlitt und zwischenzeitlich auf der Intensivstation lag. Froome wird in diesem Jahr wohl kein Rennen mehr bestreiten.
Wie Froome bei der Tour fehlen wird der Vorjahreszweite Tom Dumoulin (28). Er wird nicht rechtzeitig fit werden, wie sein deutsches Team Sunweb gestern mitteilte. Der Niederländer war beim Giro d’Italia gestürzt und hatte mit Knieproblemen aufgeben müssen. sid