Die WM-Partie des DFB-Teams gegen Nigeria im ZDF

„brzzz“ und jede Menge Floskeln aus dem Glutofen

von Redaktion

Mit dem Zweiten sieht man bekanntlich besser. Von Hören war nie die Rede. Und so startete das ZDF mit einem halbstündigen Tonsalat ins Frauen-WM-Achtelfinale Deutschland – Nigeria. Auf vielen Fernsehern war wenig bis gar nichts zu hören. Das klang dann so: „China brzzz brzzz Spanien brzzz fahrlässig Maroszan brzzz Zehenbruch brzzz brzzz.“ Erst mit Anpfiff konnten die Zuschauer das ZDF wieder verstehen – zumindest akustisch, wenn auch nicht inhaltlich. – Der erste Ausfall: Wenn die ARD mit den Kommentatoren Bernd Schmelzer und Stephanie Baczyk sowie mit der Expertin Nia Künzer das Deutschland des Frauenfußball-TV ist – dann ist das ZDF eher die Mongolei. Wobei: Nichts gegen die sympathischen Mongolen. Moderator Sven Voss jammerte vor allem über die unmenschlichen 27 Grad in Grenoble und sehnte sich nach einer Eistonne. Weltmeister-Expertin Linda Bresonik analysierte Tore mit „Super gemacht“ und „Klasse gemacht“. Im Vergleich dazu war „brzzz brzzz“ gar nicht so schlecht gemacht.

– Der zweite Ausfall: Nachdem sie zuletzt ulkige neue Begriffe wie den „Gedankenköcher“ erfunden hatte, kämpfte Claudia Neumann diesmal nicht mit den Fallstricken von der deutschen Sprache. Aber: Ihr Kollege Norbert Galeske beherrscht das genauso gut. Zum 1:0 von Alexandra Popp wusste der Chef-Floskler: „Das ist wichtig für die Mannschaft.“ Ein unwichtiges 1:0 hätte aber auch überrascht. Nobby interessierte sich eher am Rande für das Spiel, sondern schwadronierte lieber über den Job des Nigeria-Trainers bei den Stadtwerken Stockholm und über die Masern von Almuth Schult. Typischer Galeske-Schwurbelsatz, den er der Bundestrainerin in den Mund legte: „Wir müssen auf engstem Raum eine schnelle Ballan- und Mitnahme generieren, schnelle Umschaltimpulse setzen.“ Jesses, da steigt der Umschaltimpuls zu DAZN!

– Der dritte Ausfall: In der zweiten Halbzeit ging Norbert Galeske weiter massiv gegen das Nervenkostüm der Zuseher vor. Er versprach eine „heiße Geschichte im Glutofen von Grenoble“ und analysierte das Sozialverhalten der Regenwürmer auf dem „aufgefurchten Rasen“. Es war furchterlich. Aber es gibt auch Hoffnung, dank ZDF-Werbefernsehen. Dort war zu erfahren, dass Voltaren den Schmerz dort lindert, wo er wehtut. Also an den Ohren. Auf in die Apotheke!

JÖRG HEINRICH

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