Nun sind die Basketballer des FC Bayern also tatsächlich im Eiltempo ans Ziel gelangt. Der alte deutsche Meister ist auch der neue und es wird im Korbjägerland wohl niemanden geben, der dem Ensemble von Trainer Dejan Radonjic die Legitimation dieses fünften Meistertitels der Clubgeschichte absprechen würde. Keine Frage: Die Bayern sind der verdiente Champion. Wer von 43 Meisterschaftsspielen gerade einmal drei verliert, die Playoffs sogar in optimalen neun Spielen abhakt, der hat der Saison eindrucksvoll seinen Stempel aufgedrückt.
Und die Crew um Basketballchef Marko Pesic dürfte die Art und Weise des neuerlichen Meisterstücks mit ziemlich tiefer Zufriedenheit zur Kenntnis genommen haben. In den Geschäftsräumen des Audi Dome hat man sich bekanntlich nicht nur weitere Trophäen zum Ziel gesetzt. Man will sich entwickeln, jedes Jahr ein bisschen besser. Hin zu der Dominanz, wie sie Europas Branchenführer wie ZSKA Moskau, Real Madrid, FC Barcelona oder Fenerbahce Istanbul ausüben, in deren Reihen sich der FC Bayern gerne zumindest mittelfristig wiederfinden will. Auf diesem Weg ist den Münchern ein großer Schritt gelungen. 2017 war das beste Team der Bundesliga verwundbar, wovon nicht zuletzt die Marathon-Serien im Viertelfinale gegen Frankfurt (3:2) und im Finale gegen Berlin (3:2) zeugten. Und diesmal? Der Dauerrivale Alba Berlin mag den Bayern in der Endspielserie dreimal nahe gerückt sein – doch wenn es nötig war, konnten Kapitän Danilo Barthel und Kollegen immer zulegen. Auch das ist die Qualität eines Champions.
In der Bundesliga mögen die Perspektiven einer wachsenden Münchner Vorherrschaft nicht jedem gefallen. Doch für die ambitionierte BBL, die baldmöglichst Europas Topliga werden will, bleibt eine Hoffnung aus dieser Saison hängen. Langeweile muss nicht sein, mit Berlin gibt es einen Club, der die Bayern zumindest fordern kann. Und das kann auch dem neuen Meister nur allzu recht sein.
patrick.reichelt@ovb.net