München – Vor allem in der Euroleague war Derrick Williams lange die Lebensversicherung des FC Bayern. Nicht wenige der 14 Münchner Siege in der Königsklasse sind mit Galaauftritten des NBA-erprobten US-Amerikaners verbunden. Im Saisonverlauf hat sich das Bild dann ein wenig gewandelt. Die gegnerischen Teams bekamen den Modellathleten aus Übersee besser in den Griff, doch die Bayern entwickelten sich so weiter, dass die von den Ausnahmeauftritten des Publikumslieblings mit den spektakulären Flugeinheiten auch zunehmend unabhängiger wurden.
Fast schon kurios, dass der als Titelversicherung eingekaufte Williams am Sonntag fast zum Bild des Scheiterns geworden wäre. In der Schlusssekunde der normalen Spielzeit drückte er den Ball auf den Ring statt durch die Reuse. „Ich habe nicht gesehen, dass noch Zeit auf der Uhr war“, haderte er. Doch es ging ja gut und daran hatte der Mann mit der Vorliebe für das langgezogene „Maaan“ in seinen Sätzen in der Verlängerung durchaus seinen Anteil.
Auch bei ihm wird es interessant, ob er im Sommer wieder kommt. Zumindest in Europa, da hat er sich festgelegt, gibt es für den FC Bayern keine Alternative. rp