Zwischen Party und Planung

von Redaktion

Die Bayern-Basketballer verkünden: Djedovic darf Karriere in München beenden, Hobbs geht

VON PATRICK REICHELT

München – Die Helden des Wochenendes sahen auch zwei Tage danach noch angeschlagen aus. Mit dunklen Sonnenbrillen ausstaffiert schlappten Kapitän Danilo Barthel und seine Basketballer des FC Bayern in den Biergarten am Nockherberg. Rund 1000 Fans warteten dort zur großen Meistersause. Geschäftsführer Marko Pesic sind Tage wie diese ein besonderes Anliegen. „Du musst feiern, damit es nie langweilig wird“, sagte er.

Nun gut, auch nach der Titelverteidigung können Meisterschaften bei der kleinen Bayern-Profiabteilung noch keine Routine sein. Aber das soll sich ändern. Schon bald. Für die Münchner Verantwortlichen gehen die Blicke nur in eine Richtung: „Wir wollen besser werden“, betont Pesic. Die große Frage ist – was braucht man, um den nächsten Schritt zu nehmen? In den kommenden Tagen werden Pesic und Sportchef Daniele Baiesi erst einmal den Meisterkader durchforsten. Bei Petteri Koponen, Danilo Barthel, Maodo Lo, Leon Radosevic und Robin Amaize ist das nicht nötig. Das Quintett hat noch gültige Arbeitspapiere für die nächste Saison.

Und dahinter? Die ersten Telefonate des Geschäftsführers zu Wochenbeginn galten den wenigspielenden Routiniers Alex King und Braydon Hobbs. Die Botschaften: King soll bleiben, Hobbs nicht. „Wenn er mich nach meiner Meinung fragt, dann sollte er jetzt zu einem Club gehen, bei dem er spielen kann und nach seinem Karriereende zu uns zurückkommen“, sagte Pesic. Hobbs hat die Botschaft verstanden – der US-Regisseur heuert beim Hauptrunden-Zweiten Oldenburg an. Derweil ist beim Final-MVP Nihad Djedovic, der den Fans schon einmal weitere Titel versprach, der Verbleib nur Formsache. Pesic verneigte sich vor dem Mann, der der einzige Dreifachmeister (2014, 2018, 2019) im Münchner Kader ist. „Ich bin stolz, dass ich seine Entwicklung begleiten durfte“, sagte der Basketball-Chef, „wenn er das will, dann kann er seine Karriere in München beenden.“

Bei anderen dürfte die Sache nicht so einfach sein. Stefan Jovic soll durch seine Auftritte das Interesse der NBA geweckt haben. Die Houston Rockets interessieren sich dem Vernehmen nach für den serbischen Regisseur. Für ihn dürfte dasselbe gelten wie für Derrick Williams. Wenn die passende Offerte aus Übersee kommt, dann wird er nicht zu halten sein. Auflösung wohl schon in wenigen Tagen – am 1. Juli beginnt in Übersee die Transferzeit für vertragslose Profis. Und dann ist da natürlich Vladimir Lucic. Der serbische Ausnahme-Forward hat durch Auftritte wie im Finale die Begehrlichkeiten der Konkurrenz in Europa geweckt. Mehrere Euroleague-Clubs sprachen bei dem 30-Jährigen vor. Lucic will zwar zuerst mit dem seinem Arbeitgeber der letzten drei Spielzeiten sprechen. Doch Pesic stellte schon einmal klar. „Wenn wir uns für ihn entscheiden, dann bekommt er ein gutes Angebot“, sagte er, „aber wir werden kein Wettbieten mitmachen.“ Die Aussicht Abschied sehen die Bayern-Macher unaufgeregt. „So ist die Realität“, sagte Sportchef Daniele Baiesi. Und es gibt sie ja, die Aussicht auf neues Personal. T.J. Bray,, Regisseur aus Vechta, erhielt von Marko Pesic schon einmal vielsagendes Lob. „Wer ihn holt, hat eine gute Entscheidung getroffen.“

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