Unterhaching – Rosenheim-Kooperation, Börsengang, Inklusionstag. Die SpVgg Unterhaching nährt in diesem Sommer ihr Image, ein etwas anderer Fußballverein zu sein. Einer, in dem nicht nur sportlich und wirtschaftlich über den Tellerrand hinausgeschaut wird – sondern auch gesellschaftlich. Der Inklusionstag, den der Fußball-Drittligist am 14. Juli in seinem Sportpark ausrichtet, ist für Präsident Manni Schwabl der ideale Kontrast zu den Schlagzeilen der letzten Tage. „Durch den Börsengang haben wir uns in der Öffentlichkeit ein bisschen wichtig gemacht“, sagt Schwabl: „Viel wichtiger ist aber, so ein Thema parallel dazu zu forcieren.“ Albin Hofmayer neben ihm nickte zustimmend. „Stimmung, Euphorie, Anspannung.“ Das ist, was sich der Athletensprecher von Special Olympics erwartet.
„Gemeinsam verschieden sein.“ Unter diesem Motto steht das neu geschaffene Event, das Spielvereinigung, Bayerischer Fußball-Verband (BFV), Special Olympics Bayern und Team Bananenflanke zusammen veranstalten. 1860-Ikone Benny Lauth, der im einst feindlichen Gefilde (Haching!) für die Integration behinderter Jugendlicher wirbt, sagt: „Du kannst Flyer verteilen und Bilder versenden – das ist aber nichts gegen den Eindruck, diese Kinder vor Ort spielen zu sehen.“
Dazu wird es am zweiten Juli-Sonntag reichlich Gelegenheit geben. Organisiert werden Inklusionsstationen (von Torwand- bis Elfmeterschießen) und vier Kleinfeldspiele, bei denen gehandicapte Kinder gegeneinander antreten – an der Seite prominenter Paten. 1972-Olympiasieger Klaus Wolfermann, 73, seit 15 Jahren für Special Olympics im Einsatz, schwärmt: „Dies Plattform ist so einmalig, dass es kaum Worte dafür gibt.“ Über seinen Freund Prinz Leopold von Bayern, Sonderbotschafter von Special Olympics, ist Wolfermann seinerzeit mit behinderten Kindern in Kontakt gekommen. Seither weiß er: „Es ist a) wichtig, Hilfe zu leisten. Und b) Es bereitet gleichzeitig eine wahnsinnige Freude.“ Er betont die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für benachteiligte Menschen, „die nicht oft genug mit Leben gefüllt werden kann“. Bernhard Slawinski, BFV-Vorstand des Fußballkreises München, lobt Partner Haching: „Es hat keine zwei Minuten gedauert, bis wir uns einig waren. Das zeichnet diesen Verein aus. Das Ganze ist auch keine Alibiveranstaltung, sondern da ist richtig Energie dahinter.“
Moderatorin Nele Schenker (MagentaSport), wie Löwe Lauth Gründungsmitglied der Münchner Filiale von Team Bananenflanke, wird durch die Veranstaltung führen. Vorgesehen ist neben dem Inklusionsschwerpunkt das Fanfest der gastgebenden Spielvereinigung (ab 12 Uhr) sowie das zum dritten Mal stattfindende Benefizspiel des BFV (16 Uhr). Dabei fordert eine Münchner Amateurauswahl Hachings Drittligateam. Ging 2017 (2:9) besser für die Hobbykicker aus als 2018 (1:16). Darauf kommt’s aber auch gar nicht an, betont Seppi Welzmüller, der genesene Kapitän der SpVgg: „Es war schon immer eine gelungene Veranstaltung. Jetzt, durch den Inklusionstag, wird es erst recht ein Supertag.“ Für die gute Sache. „Aber auch für uns als Fußballer. Weil wir wieder zu schätzen lernen, dass wir mit unserem Sport Geld verdienen dürfen.“ ULI KELLNER