Kuntz, Sorg – oder doch Klopp?

von Redaktion

Wer könnte mal auf Joachim Löw folgen – der Bundestrainer selbst spricht über Kandidaten

Udine/München – Jogi Löw war am Sonntag in Udine zum EM-Finale der U 21 – sein erster öffentlicher Auftritt seit Wochen. Bei den Länderspielen in Weißrussland und gegen Estland hatte er nach seinem Fitnessstudio-Unfall ja gefehlt. Nun meldete er: „Alles verheilt.“ In der ARD, die das Endspiel übertrug, stellte er sich Seite an Seite mit Stefan Kuntz zum Interview vor dem Anpfiff – und wie A-Coach und U 21-Trainer einträchtig nebeneinander standen, konnte den Zuschauern schon der Gedanke kommen: Sind das der amtierende und der nächste Bundestrainer?

Löw hat beim DFB einen Vertrag bis zur WM 2022, angeblich mit einer Ausstiegsklausel nach der EM 2020. Im Februar wird er 60, die Nachfolgefrage rückt also näher. Jogi Löw hat sich nun gegenüber der „Bild“ selbst dazu geäußert: Er sehe zwei naheliegende interne Lösungen, zwei Trainer, „die absolut die Fähigkeiten haben, Bundestrainer zu werden: Stefan Kuntz und Marcus Sorg. Beide haben sehr viel Empathie, das ist heute wichtig bei den jungen Spielern, dass man Zugang zu ihnen bekommt und sie auf einer persönlichen Schiene erreicht. Das können beide sehr gut.“

Die Situation von vor einem Jahr nach dem WM-Scheitern aufs Jetzt übertragen – es gäbe zu Löw aus DFB-Sicht Alternativen. Kuntz mit seiner Spielervita (Europameister 1996), seiner Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit und zwei Turniererfolgen (Europameister und Vize mit der U 21) wäre die stärkere. Er scheint auch ambitionierter zu sein als der loyale Marcus Sorg, der nach seinen beiden Vertretungseinsätzen im Juni sagte: „Ich bin kein Bundestrainer.“

Die Top-Lösung von außen wäre aber weiterhin Jürgen Klopp. Der Erfolgscoach des FC Liverpool war bei der U 21-EM ebenfalls Gesprächsthema: Vor dem Endspiel schickte er den deutschen Spielern ein Motivationsvideo. 80 Sekunden Power-Ansprache, Klopp erzählte, wie er mit seinem Team jüngst die Spanier (Barcelona – „mit Messi!“) eliminieren konnte.

„Herz schlägt Qualität“ – so kam es am Ende nicht. Doch man hört es immer gerne. GÜNTER KLEIN

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