München – Es war die Frage des Sommers am Bayern-Campus: Welche Mannschaft wird Miroslav Klose in der neuen Saison trainieren? Wochenlang hatten Sportdirektor Hasan Salihamidzic und der WM-Rekordtorschütze Gespräche geführt, teils sehr emotionale. Salihamidzic wollte Klose unbedingt zum U19-Trainer befördern. Der Ex-Stürmer aber wollte genau das nicht. Letztlich gewann Klose den Machtkampf in der Talentschmiede des FC Bayern – und blieb Coach der U17, die er erst im Sommer 2018 übernommen hatte. Die älteste Nachwuchsmannschaft bekam stattdessen mit Ex-Bayer Martin Demichelis einen neuen Trainer.
Nun erklärte Klose erstmals seine Entscheidung. Der 41-Jährige: „Es ging nur um meine Person und darum, dass ich lernen möchte. Ich bin noch nicht so weit. Und wenn ich das sage, ist das einfach nur ehrlich.“ Diese Gedankengänge habe er versucht, „jedem zu kommunizieren“. Eine Spitze in Richtung Salihamidzic konnte er sich nicht verkneifen. Klose: „Meiner Meinung nach hat es zu lange gedauert.“ Hintergrund: Für Klose stand lange fest, dass er bei der U17 bleiben möchte. Salihamidzic bearbeitete ihn trotzdem weiter und hoffte, Klose doch noch umstimmen zu können – vergebens. So stand die Besetzung der beiden Trainerposten erst drei Tage vor dem Vorbereitungsbeginn der U19 endgültig fest. Vor allem für die Nachwuchskicker keine angenehme Situation.
Und für Salihamidzic? Klose wirkte einigermaßen gleichgültig, als er nun erklärte: „Ich habe keine Ahnung, ob der enttäuscht war. Ich denke aber nicht. Er hat es letztendlich auch verstanden. Wir haben viele Gespräche geführt – nicht nur mit Hasan, sondern auch mit Jochen Sauer.“ Mehr pflichtbewusst als authentisch sprach Klose davon, dass es „die Leute“ in seinem Trainerstab natürlich ehre, wenn ihnen der Sprung zur U19 zugetraut werde. Weiter meinte er: „Aber wenn es um mich persönlich geht, möchte ich meine Trainerkarriere planen wie meine Spielerkarriere. Ich möchte alles selbst in der Hand haben.“
In seiner U17 kann Klose künftig auf Jamal Musiala (16) setzen. Der Offensivspieler kommt vom FC Chelsea. Musiala wurde in Stuttgart geboren, spielte zunächst für englische U-Nationalmannschaften, bevor er im Oktober 2018 für die deutsche U16 debütierte. Pikant: Berater des Nachwuchstalents ist Bradley Hudson-Odoi, Bruder und Berater von Chelsea-Profi Callum. Den 18-Jährigen will der FC Bayern nach wie vor nach München lotsen, bisher lehnten die Londoner aber alle Angebote ab. Besser lief’s bei Bright Akwo Arrey-Mbi (16)! Der Innenverteidiger, geboren in Kaarst bei Düsseldorf, kommt ebenfalls von Chelsea an den Campus. Auch er ist in der U16 des DFB am Ball, beim FC Bayern aber vorerst für die U19 eingeplant. jau, bok