Der X-Faktor bleibt an Bord

von Redaktion

Vladimir Lucic verlängert trotz lukrativer Angebote bei Bayerns Basketballern bis 2022

VON PATRICK REICHELT

München – Lange kämpfen mussten die Macher der Basketballer des FC Bayern am Ende nicht mehr. Der Umworbene hatte sich schon selbst festgelegt, dass er gerne ein Münchner bleiben würde. Und so hat der Deutsche Meister nun also eine ganz große Schlüsselpersonalie geklärt: Vladimir Lucic bleibt ein Münchner, und das langfristig – bis zum Sommer 2022 gab er den Bayern sein Ja-Wort.

Und das ist für den Branchenführer schon ein starkes Signal. Immerhin hatten sich um den 30-jährigen Serben gleich mehrere Euroleague-Clubs bemüht – darunter offenbar auch Finalist Anadolu Istanbul. „Er hat Angebote gehabt, die besser waren als unseres“, betonte Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic.

Dass er trotzdem in München zugriff, kommt nur bedingt überraschend. Lucic ist ein Spieler, für den der Wohlfühlfaktor in seiner Karriere immer Gewicht hatte. Fünf Jahre spielte er für Partizan Belgrad, drei Spielzeiten für den BC Valencia – sogar eine Offerte aus der NBA hat er dafür ausgeschlagen. Dass er nun sogar sechs Jahre München anvisiert hat neben einem „bisschen angepassten“ Salär (Pesic) sicher auch mit den Vorzügen der Stadt zu tun. Lucic ist seit gut einem Jahr Vater. Seine Tochter will er nun auch lieber in München aufwachsen sehen als in Istanbul.

Zumal er mit dem FC Bayern ein rasant wachsendes sportliches Umfeld hat, in dem er unbestrittener Führungsspieler ist. Die Bayern-Fans liegen dem Mann mit dem markanten Bass nicht erst seit den Finals zu Füßen, als er in allen drei Partien gegen Alba Berlin so etwas wie der X-Faktor bei den Münchner Siegen war. „Ich wollte hier mit dem Club wachsen“, sagte Lucic, „und ich glaube, dass das auch in den nächsten Jahren möglich ist.“ Ein guter Deal für beide Seiten, wie Marko Pesic befindet: „So eine Rolle wie er sie hier hat, kriegt er in ganz Europa nicht.“

Und für die Bayern könnte sich die Zusage des Forwards als doppelt wertvoll erweisen. Immerhin stehen in den nächsten Tagen noch diverse weitere Personalentscheidungen aus. So ist etwa bei Devin Booker, Stefan Jovic oder Derrick Williams die Zukunft noch ungeklärt. Bis Anfang nächster Woche will Pesic mit dem, derzeit noch bei der NBA Summer League in Las Vegas weilenden Sportchef Daniele Baiesi einige weitere Fakten schaffen. Dass Lucic nun an Bord bleibt, wird die nun noch ausstehenden Gespräche sicher nicht erschweren.

So oder so: Während in Europa derzeit ein munteres Wechselspiel zwischen den Topvereinen im Gange ist, kommen die Bayern der angestrebten Kontinuität immer näher. Petteri Koponen, Maodo Lo, Robin Amaize, Danilo Barthel und Leon Radosevic hatten ohnehin noch gültige Verträge – nun wurden die Arbeitspapiere von Nihad Djedovic, Alex King und eben Lucic langfristig verlängert. Spieler „mit einem besonderen Charakter und einer besonderen Persönlichkeit, die sich mit dem Verein identifizieren“, wie Pesic. Aber eben auch Spieler, mit denen sich auch die Fangemeinde identifiziert.

Und um die müssen die Bayern bekanntlich kräftig kämpfen. Kräftiger jedenfalls als um Vladimir Lucic.

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