Kaymer unter Druck

von Redaktion

Nur ein Spitzenergebnis in Schottland führt den Topgolfer zur British Open

North Berwick – Vor den wichtigsten Tagen seiner wechselhaften Saison suchte Martin Kaymer Zerstreuung auf etwas anderen Grüns. Deutschlands Top-Golfer gönnte sich einen Abstecher zum Heiligen Rasen nach Wimbledon – erst gestern Abend begann die Vorbereitung auf sein eigenes Highlight. „Ich werde in Schottland alles dafür tun“, versprach Kaymer, „um in der nächsten Woche bei der British Open dabei zu sein.“

Das älteste noch ausgespielte Turnier der Welt ist für den ehemaligen Weltranglistenersten schließlich das „absolute Lieblingsmajor“, das große Ziel. „Es ist ja das einzige auf europäischem Boden und besitzt sehr viel Historie“, erklärte Kaymer. Das Problem: Er muss noch immer um seinen Startplatz bei dem Highlight kämpfen. Eine letzte Chance bleibt noch. Von Morgen an geht er bei den Scottish Open in North Berwick ins Rennen.

Die Generalprobe für „The Open“, an der auch einige Größen aus den USA teilnehmen, muss Kaymer zwingend innerhalb der Top Ten beenden. Gleichzeitig aber dürfen vor ihm maximal zwei Rivalen landen, die ebenfalls noch kein Ticket in der Tasche haben. Am zurückliegenden Wochenende war das dem 34-Jährigen denkbar knapp misslungen.

Zwar brillierte Kaymer bei der Irish Open insbesondere am Samstag und am Sonntag, er schaffte es noch auf den hervorragenden neunten Rang. Exakt drei noch nicht qualifizierte Spieler waren aber noch besser – und die dürfen sich nun anstelle Kaymers auf die 148. Ausgabe der British Open freuen. Doch er versucht, positiuve Schlüsse aus dem Scheitern zu ziehen.

„Es hat nur ein Schlag gefehlt, insofern geht die Tendenz eindeutig in die richtige Richtung“, sagte der zweimalige Major-Champion, der die Hoffnung auf ein Happy End noch nicht verloren hat: „Wenn ich an die Runden vom Wochenende anknüpfen kann, werde ich auch in Schottland eine Chance haben.“

Allerdings ist es nun auch schon knapp drei Jahre her, dass Kaymer bei zwei Turnieren nacheinander groß aufspielte und Top-Ten-Resultate verbuchte. Seine Formschwankungen sind auch der Grund, warum er derzeit nur noch an Position 90 der Weltrangliste geführt wird – nur die besten 50 sind automatisch für die British Open qualifiziert.

Den enormen Druck will der bisweilen zu nachdenkliche Kaymer so gut es geht ausblenden und „wie bei jedem anderen Turnier“ entspannt aufspielen. „Diese Herangehensweise hat schon in Irland insgesamt sehr gut funktioniert, das Vertrauen in mein Spiel ist da. Ich bin sehr zuversichtlich“, sagte Kaymer, der mittlerweile zu den Major-Routiniers auf der Tour gehört.

Seit seinem ersten Auftritt bei einem der vier großen Turniere im Jahr 2008 war Kaymer für jedes folgende spielberechtigt, von den vergangenen 47 Austragungen verpasste er wegen einer Verletzung nur 2017 die US PGA Championship. Die Gefahr ist nun allerdings größer denn je, dass die beeindruckende Serie ein Ende findet.  dpa

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