Bayerns Basketballer

Der Blick geht nach Europa

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Gestern ist Marko Pesic zur Abwechslung in einer ganz ungewohnten Rolle gefragt gewesen. Der Geschäftsführer der Basketballer des FC Bayern war Gastgeber. Die Vertreter der Euroleague-Clubs waren erstmalig in München zu Besuch, um die Dinge für die nächste Saison abzustecken. Und alleine das kann man schon endgültig als Hinweis verstehen: Die Bayern sind nun auch im Basketball angekommen im Konzert der Besten des Kontinents. Die Königsklasse umgarnt die deutsche Vorzeigemarke heftig. Der Weg zur Dauermitgliedschaft ist geebnet. Euroleague-Chef Jordi Bertomeu preist den deutschen Meister schon jetzt als organisatorisches und unternehmerisches Vorbild. Nach dem Motto: Wenn ihr wissen wollt, wie es geht, dann schaut in München vorbei.

Und das ist schon eine bemerkenswerte Entwicklung wenn man bedenkt, wo dieselben Bayern vor gerade einmal zwei Jahren noch standen. In der Bundesliga? Von Bamberg vorgeführt. In der Euroleague? War man Zuschauer. Doch die Münchner haben, angetrieben vom mächtigen Präsidenten-Rückkehrer Uli Hoeneß, ihre Schlüsse aus den mageren Jahren gezogen.

Wie gut dies gelungen ist, kann man derzeit auch auf dem Spielermarkt sehen. Ein Profi wie Vladimir Lucic etwa hätte sich für seinen vielleicht letzten großen Vertrag einen lukrativen Platz in Basketball-Europa aussuchen können. Doch er wählte die Bayern. Weil die auf dem Kontinent eine Alternative geworden sind. Und weil er an deren Weiterentwicklung glaubt. Es wäre keine Überraschung, wenn sich demnächst auch Derrick Williams so entscheidet. Zumindest hat sich der US-Forward klar positioniert: Wenn aus seinem Traum von der NBA nichts wird, dann gibt es für ihn nur München. Gestern machten Pesic und Kollegen fast im Vorbeigehen auch noch die heißeste BBL-Personalie der vergangenen Saison klar und lotsten US-Spielmacher TJ Bray in den Audi Dome. Keine Frage: Das macht neugierig auf die Dinge, die noch kommen werden.

Worauf es rausläuft – zumindest Jordi Bertomeu ist sich jetzt schon ziemlich sicher. Es würde niemanden überraschen, betonte er, wenn diese Bayern schon in dieser Saison auch in Europa ins Viertelfinale stürmen würden. Für Marko Pesic wäre das sogar komplettes Neuland. Aber an das würde er sich gewiss gerne gewöhnen.

patrick.reichelt@ovb.net

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