Die deutschen Hoffnungen ruhen auf Wellbrock

von Redaktion

2600 Athleten, 76 Entscheidungen: Fakten, Fragen und Antworten zur Schwimm-WM in Südkorea

Was steht auf dem Programm?

Bei der WM (12. bis 28. Juli) werden Medaillen in den Disziplinen Beckenschwimmen, Wasserspringen, Wasserball, Freiwasserschwimmen, Synchronschwimmen und High Diving vergeben. An 17 Wettkampftagen stehen insgesamt 76 Entscheidungen an. Am Start sind rund 2600 Athleten aus 194 Ländern.

Wo findet die WM statt?

Gwangju ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die sechstgrößte Stadt in Südkorea und liegt rund 330 km südlich der Hauptstadt Seoul. Die meisten Wettbewerbe werden im hochmodernen Nambu University Municipal Aquatics Center mit Platz für 11 000 Zuschauer ausgetragen. Die Freiwasserschwimmer messen sich im Yeosu Ocean Park.

Wie stehen die deutschen Chancen?

Die größten Hoffnungen ruhen auf Florian Wellbrock, der sowohl im Freiwasser über die olympischen zehn Kilometer als auch im Becken (800 und 1500 m) als klarer Medaillenkandidat an den Start geht. Bei den Wasserspringern ist kein Edelmetall für Deutschland zu erwarten. Die DSV-Wasserballer liebäugeln mit dem Viertelfinale, das Synchronschwimmerinnen-Duo Marlene Bojer/Daniela Reinhard will sich gut präsentieren. Klippenspringerin Iris Schmidbauer ist in der waghalsigen Disziplin High Diving Außenseiterin. Manuel Halbisch musste kurzfristig wegen einer Verletzung absagen.

Wer sind die Topstars?

Ein Jahr vor Olympia suchen fast alle Top-Athleten das internationale Kräftemessen. Vor allem im Becken wimmelt es nur so von Stars, die fünfmalige Olympiasiegerin Katie Ledecky, Siebenfach-Weltmeister Caeleb Dressel (beide USA) und der fünfmalige WM-Champion Adam Peaty aus England ziehen die Fans an. Gespannt erwartet wird der Auftritt des umstrittenen Chinesen Sun Yang, dem wegen einer mit einem Hammer zerstörten Dopingprobe weiter die Sperre droht.

Sind die Wettkämpfe live im TV zu sehen?

Nein – und das ist ein Novum. Das ZDF berichtet nur im Livestream in seiner Mediathek, die ARD verzichtet auch aus Rechtegründen genau wie Eurosport komplett. Der Zeitunterschied (Beckenfinals am frühen Nachmittag deutscher Zeit) macht die WM für die TV-Sender unattraktiv, außerdem hat das deutsche Schwimmen – anders als zu Zeiten einer Franziska van Almsick – keine große Strahlkraft mehr.

Was ist neu?

Am Beckenrand steht kein Bundestrainer mehr, nach dem Rücktritt von Henning Lambertz betreut ein ganzes Kompetenzteam die DSV-Schwimmer. Das hat die Normen deutlich gesenkt und den Schwerpunkt auf die Staffeln gelegt, sodass sich die Teamgröße im Vergleich zur WM 2017 verdoppelte. Als Team-Chef fungiert Wellbrocks Heimtrainer Bernd Berkhahn (Magdeburg).  sid

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