Schwabl rät: Lieber eine Aktie als zwei Bier

von Redaktion

Haching-Anteile mit Hot-Stocks-Potenzial – ab Montag für 8,10 Euro an der Börse

München – Es ist eine fremde Welt, die Manfred Schwabl in diesen Sommer kennenlernt. Wo früher der kicker als Bibel galt, liegt jetzt auch mal das Handelsblatt oder Forbes. Sein gängiger Fußballwortschatz wird erweitert um Vokabeln wie Hot Stocks. Und es sind neue Gepflogenheiten, mit denen sich der Präsident der SpVgg Unterhaching vertraut machen muss. Als er gestern unser Verlagshaus verließ, nach einem Interview zum bevorstehenden Börsengang, hatte er vor allem eine Sorge: „Ich brauch’ noch ein gescheites Lokal für die Börsenparty.“ Um mit den Anlegern zu feiern, wenn der erste Tag des freien Aktienverkaufs über die Bühne gegangen ist.

Das ist so üblich in der Branche. Auch das hat sich Schwabl im Zuge seiner Blitzausbildung zum Wirtschaftsexperten erklären lassen. Am Montag ist der Termin, an dem es spannend wird für seine SpVgg, die jetzt auch eine AkVgg ist, eine Aktionärsvereinigung. „Schon am Montag, 17 Uhr, wird sich eine erste Tendenz abzeichnen. Da werde ich eine Nachricht bekommen, wie viele Aktien gezeichnet wurden. Ich freue mich darauf“, sagt der Unterhachinger „Börsen-Guru“.

Schwabl hofft darauf, dass möglichst viele Anhänger des Drittligisten Klein-Investoren werden. „Ich bin für jede verkaufte Aktie dankbar“, sagte er und wiederholte noch einmal das Volumen des zweiten Börsengangs im deutschen Fußball, des ersten seit 19 Jahren. 1,5 Millionen Aktien legt die Spielvereinigung auf, ein Drittel davon wurde bereits im Vorfeld an Anker-Investoren veräußert (zu denen auch Schwabl zählt). 954 365 Rest-Aktien werden ab Montag zum Einstiegskurs von 8,10 Euro an der Münchner Börse gehandelt – und wenn alles glatt läuft, haben die Hachinger am 26. Juli (Ende der Zeichnungsfrist) 12 Millionen Euro eingesammelt. „Wir fangen dann aber nicht zu spinnen an“, betont Schwabl: „Wir sind jetzt schuldenfrei, das war uns wichtig. Und wir werden in einen Mix aus Steinen und Beinen investieren.“ Auch die Übernahme des Sportparks auf Erbpacht-Basis ist geplant. Um Haching in den nächsten zwei, drei Jahren in jene Etage des Profifußballs zu hieven, wo auch richtiges (TV-)Geld fließt.

Borussia Dortmund, weiß Schwabl, hat inzwischen einen Unternehmenswert von 900 Millionen Euro. Seine Hachinger wurden mit 40,5 Mio. Euro bewertet – was sich aber ändern kann, wenn Schwabls Rechnung aufgeht. „Wenn man das Projekt mit einem Hausbau vergleicht, schauen wir jetzt gerade aus dem Keller raus.“ Nach oben sind dem Unterhachinger Neubau keine Grenzen gesetzt. Architekt Schwabl verspricht: „Ich werde nicht locker lassen.“

Fans empfiehlt er daher, lieber mal zwei Bier wegzulassen, um für das Geld eine Haching-Aktie zu erwerben. Schließlich wittern selbst Börsen-Experten Hot-Stocks-Potenzial bei der SpVgg. Diesen Begriff kennt inzwischen auch Schwabl: Das sind heiße Aktientipps mit gewissem Risiko, aber auch großer Gewinnchance.  ulk, jau

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