Barcelona/Madrid – Dem Aufschrei von Atlético Madrid stellte der FC Barcelona eine durchgetaktete Agenda entgegen. Weltmeister Antoine Griezmann kam am Samstag beim spanischen Meister an, für Punkt 21.00 Uhr war sein erster Fototermin im Fanshop des Camp Nou angesetzt. Es folgte ein Interview auf Barca.tv.
„Es bereitet mir eine unglaubliche Freude, zusammen mit Lionel Messi zu spielen“, betonte Griezmann, „ich bin sehr glücklich, ich möchte so schnell wie möglich mit der Mannschaft arbeiten und meine neuen Mannschaftskollegen kennenlernen.“
Am Sonntagabend sollte der Star-Angreifer seinen Fünfjahresvertrag unterzeichnen – auch wenn Atlético nachverhandeln will. Die Rojiblancos nämlich fordern von Barcelona einen Nachschlag der Ablöse in Höhe von 80 Millionen Euro, da es „offensichtlich“ sei, „dass die Vereinbarung zwischen dem Spieler und dem FC Barcelona geschlossen wurde, bevor die Ausstiegsklausel von 200 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro gesenkt wurde“.
Atlético stützt sich bei seiner Argumentation darauf, dass der 28-jährige Griezmann bereits am 14. Mai angekündigt hatte, den Verein nach fünf Jahren und trotz erst 2018 abgeschlossenen neuen Vertrags verlassen zu wollen. Bis zum 30. Juni lag seine Ausstiegsklausel noch bei 200 Millionen Euro – eine Summe, die Griezmann zum zweitteuersten Spieler der Fußballgeschichte nach dem Brasilianer Neymar (222 Millionen) gemacht hätte.
Erst seit knapp zwei Wochen ist er für 120 Millionen zu haben. Diese Summe hinterlegte Griezmanns Anwalt am Freitag beim spanischen Ligaverband LFP, kurz darauf machte Barca den Wechsel offiziell. Atletico nicht, stattdessen veröffentlichte der Club seinen Beschwerdebrief.
Madrid hat nach eigenen Angaben „bereits die Verfahren eingeleitet, die der Verein zum Schutz seiner Rechte und berechtigten Interessen für angemessen erachtet“. Der Weltverband FIFA wurde von den Madrilenen Ende 2017 schon einmal eingeschaltet. Damals beklagte Atlético eine „illegale Kontaktaufnahme“ des FC Barcelona zu Griezmann.
Die Angelegenheit versandete, Barca buhlte ungehemmt weiter um den EM-Torschützenkönig von 2016, der nun in einem Videoclip sagt: „Mein Vater hat mich als Kind gelehrt, dass Züge nicht nur einmal vorüberfahren. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen.“ sid