Gebharts zweites Comeback

von Redaktion

Investor Ismaik finanziert die Rückkehr des Ideengebers zum TSV 1860

VON LUDWIG KRAMMER

München – Die Gerüchte waberten seit einer Woche durch Giesing, nach einigem Hin und Her ums Beraterhonorar wurde die Sache am Samstag schließlich konkret: Timo Gebhart, 30 ,kehrt zum TSV 1860 zurück. Finanziert von Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik, der jüngst erklärt hatte, kein frisches Geld mehr ins „schwarze Loch“ 1860 kippen zu wollen, gibt der Spielmacher sein zweites Comeback in Weiß-Blau. Ein leistungsbezogener Einjahresvertrag soll heute unterschrieben werden.

Geht es nach den Eindrücken des samstäglichen Mini-Turniers in Heimstetten mit den 0:1-Niederlage gegen Mönchengladbach und Fürth, kann Ideengeber Gebhart gar nicht schnell genug eingebunden werden. Offensiv lief bei den Blauen in beiden Spielen so gut wie nichts zusammen; weder im 4-3-3-System mit der Mittelfeldkette Daniel Wein, Dennis Dressel und Efkan Bekiroglu noch im 4-4-2 mit Wein und Bekiroglu als Doppel-Sechs schafften es die Sechziger, planvolle Torgefahr zu entwickeln.

„Das war nix“, stellte Wein hinterher fest, während sich Trainer Daniel Bierofka in diplomatischer Zurückhaltung übte: „Es waren zwei gute Gegner. Teilweise haben wir es nicht schlecht gemacht, vor allem gegen Gladbach. Gegen Fürth waren wir nicht mehr so spritzig, nicht mehr so da auf dem Platz.“

Ob sich das mit Gebhart ändern wird, ist die Frage. In der Regionalliga zählte der ehemalige Bundesliga-Profi bis zu seiner Verletzung Mitte der Hinrunde zu den wenigen echten Unterschiedsspielern, überzeugte mit Wucht, Technik, fünf Toren und vier Vorlagen. Ohne ihren Regisseur bekam Sechzig Probleme im Aufbau, konnte den Ausfall aber mit Kampfgeist und mannschaftlicher Geschlossenheit kompensieren.

Auf diese Tugenden setzt Trainer Bierofka auch in der anstehenden Saison. Einen adäquaten Ersatz für Routinier Sascha Mölders gibt der Kader nicht her, ein fitter Gebhart könnte die Probleme zumindest lindern. Immerhin ist die Defensive nach der Verpflichtung von Aaron Berzel kein Notstandsgebiet mehr. Am entspanntesten ist Bierofka bei der Frage nach dem Stammtorhüter. Für Dienstag oder Mittwoch sei das Ergebnis der „Bauchentscheidung“ zu erwarten, sagte er. Den souveräneren Eindruck machte am Samstag Favorit Bonmann.

Interessant: Das Präsidium wertete Ismaiks Sponsoring öffentlich als „erfreuliche Wende in der bisherigen Finanzierungspolitik“. Dass das der Investor genauso sieht, darf bezweifelt werden.

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