Serena Williams

Ikone auch ohne Rekord

von Redaktion

BERND BRUDERMANNS

Die Bühne in Wimbledon war bereitet – es war ihre, die größte der Welt. Beim bedeutendsten Tennis-Turnier des Jahres sollte und wollte Serena Williams ihren 24. Grand-Slam-Titel gewinnen und mit Margaret Court gleichziehen. „Dies ist der ultimative Rekord, dieser Rekord ist der Grund, warum sie zurück zum Tennis kam“, sagte ihr Trainer Patrick Mouratoglou nach dem Finale. Doch zum dritten Mal seit ihrer Rückkehr nach der Geburt von Töchterlein Alexis Olympia im September 2017 verlor Serena ein Grand-Slam-Finale. Denn Simona Halep machte den Centre Court in Wimbledon zu ihrer Bühne. Mit 6:2, 6:2 fegte die Rumänin die fast 38-jährige Amerikanerin vom Platz.

Wie ein „Hirsch im Scheinwerferlicht“ habe sie sich gefühlt, sagte Serena angesichts der Dominanz ihrer Gegnerin. „Sie hat wie von Sinnen gespielt. Wenn jemand so unglaublich spielt, muss man seinen Hut ziehen.“ Ihren letzten Grand-Slam-Titel gewann Serena – damals schon schwanger von ihrem Ehemann Alexis Ohanian – bei den Australian Open 2017. Die Nummer 24 verwehrten ihr erst Angelique Kerber (Wimbledon 2018), danach Naomi Osaka (US Open 2018) und jetzt eben Halep – eigentlich eine Sandplatzspezialistin. Doch der Rasen und die Bälle machten Wimbledon in diesem Jahr vergleichsweise langsam für Serena. Für die Power-Frau, die nach ihren langwierigen Knieproblemen einfach nicht mehr die Beweglichkeit hat, ihre Konkurrentinnen vom Court zu schießen.

Auch wenn sie diesen Rekord von 24 Grand-Slam-Siegen vielleicht nicht erreichen wird, geht Serena als eine der größten Sportlerinnen aller Zeiten in die Geschichte ein. Nach der US-Open-Niederlage gegen Osaka habe sie therapeutische Hilfe gebraucht, bekannte sie jetzt. Sie war ausgeflippt, hatte dem Schiedsrichter Sexismus vorgeworfen und war mit einem Spielabzug bestraft worden. Ihr Verhalten von damals bereut die 37-Jährige heute – dennoch sagt sie: „Der Tag, an dem ich aufhöre, für Gleichberechtigung zu kämpfen, wird der Tag sein, an dem ich im Grab bin.“ Halep findet: „Serena ist eine Inspiration und ein Idol für alle.“ Wenn auch kein einfaches …

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