GLOSSE

Als die Fritzle-Box schwächelte

von Redaktion

VON GÜNTER KLEIN

In dem Moment, als die Stuttgarter Fußballarena, Schauplatz der VfB-Jahreshauptversammlung offline ging, erlebte die Online-Welt ihre Sternstunde. Der Abbruch der Veranstaltung wegen eines irreparablen Ausfalls des W-LANs führte zu wundervollen Kommentaren in den sozialen Netzwerken. Man konnte lesen von einem „Schwächeln der Fritzle-Box“ (also: der bekannte Internet-Router trifft das VfB-Maskottchen) oder der Mutmaßung folgen, da sei wohl jemand eingeschritten, damit nicht zu viel Fortnite gespielt werde – wie vor gut einem Jahr beim DFB in Watutinki.

Tja, da wollte der VfB zeigen, dass man im Hightech-Ländle fortschrittlich sein muss und modern über die Smartphones abstimmt und nicht mehr mit einem Pappdeckel, auf der Ja oder Nein steht und die man in die Luft hält. Und dann ging das dermaßen schief: Zum Finanzloch kam das Funkloch.

Man kann sich vorstellen, wie die Kunde aus Stuttgart in München Uli Hoeneß. einem der letzten analogen Mohikaner (pro Fax und fernsehen, contra E-Mail, Internet, eSports und das iPad des kritischen Bayern-Mitglieds Johannes Bachmayr), ein wissendes Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Der Stuttgarter Präsident Wolfgang Dietrich rettete sich durch den W-LAN-Ausfall vor dem Putsch. Aber nicht für lange. Am Montag trat er zurück. Beim VfB ist er nun dauerhaft offline.

Artikel 1 von 11