Hundertschaften der Polizei rücken auf den Champs-Elysees in Paris an, Menschen flüchten in Panik, Rauchbomben fliegen: Schwere Ausschreitungen in Paris haben die Feierlichkeiten der algerischen Fußballfans nach dem Finaleinzug ihrer Helden beim Afrika-Cup in Ägypten überschattet. Doch im gesamten Land meldete die Polizei Vorfälle.
Insgesamt 282 Menschen wurden festgenommen, wie das französische Innenministerium am Montag mitteilte. Von den Verhafteten seien 249 Personen in Gewahrsam genommen worden. Besonders in Paris und in Marseille leben größere Minderheiten algerischer Herkunft. Auch zahlreiche französische Fußballstars haben Wurzeln in dem nordafrikanischen Staat. Der dreimalige Weltfußballer Zinedine Zidane etwa ist Sohn algerischer Einwanderer.
Spannungen auf Frankreichs Straßen sind gerade bei Fußballturnieren keine Seltenheit, der Erfolg der algerischen Nationalmannschaft entwickelt sich für die Behörden jedoch immer mehr zum Problem. Bereits nach dem Halbfinaleinzug am Donnerstag war die Gewalt eskaliert, unter anderem starb dabei eine Frau. Nach dem Finale gegen den Senegal am Freitag (21.00 Uhr/DAZN) dürfte mit weiteren Vorfällen zu rechnen sein – unabhängig vom Ergebnis.