München – Auch beim FC Bayern gibt es das noch: dass eine Mannschaft quasi geschlossen Neuland betritt. Nur Nicolas Feldhahn, Maximilian Welzmüller, Timo Kern und Kwasi Okyere Wriedt haben schon Erfahrung in der dritten deutschen Profiliga gesammelt. Für den großen Rest in Reihen der „Bayern-Amateure“ stellt der Auftakt an diesem Samstag bei den Würzburger Kickers einen Sprung in unbekannte Gewässer dar.
„Wir sind in der Spur“, sagt Trainer Sebastian Hoeneß, der die kleinen Bayern von Aufstiegscoach Holger Seitz übernahm. Die Auftaktaufgabe jedoch stuft er als schwierig ein. „Würzburg wird in dieser Saison eine gute Rolle spielen“, glaubt Hoeneß. „Fußballerisch“, betont der Bayern-Coach, „müssen wir uns vor niemandem verstecken“, die große Unbekannte sei, wie lange sein Team brauche, „um sich dem Niveau anzupassen“. Er selbst verspüre vor seiner ersten Partie als Drittliga-Trainer „noch keine Nervosität, positive Anspannung ist aber schon da“.
Die Zusammenarbeit mit Proficoach Niko Kovac, mit dem Hoeneß bereits als A-Junioren-Trainer im engen Austausch stand, funktioniert jedenfalls blendend, wie schon jetzt zu erkennen ist. Wurde die Auswahl der Talente, die die Profis aktuell auf der US-Tour begleiten, doch augenscheinlich in enger Abstimmung mit dem U 23-Coach vorgenommen. Daran, so Hoeneß, hätte man schon erkennen können, „wie wichtig es für den Verein ist, dass wir einen guten Start haben“. So kann er bis auf die Verletzten auf sein bestes Personal zurückgreifen und sieht seine Mannschaft „gewappnet“.
Darunter sind mit dem 29-jährigen Timo Kern, der von Mitaufsteiger Waldhof Mannheim kam, und dem erst 18-jährigen Leon Dajaku vom VfB Stuttgart auch die beiden jüngsten Neuzugänge. Beide sind schon zum Start eine Option, Kern soll eine Führungsrolle übernehmen, Dajaku den zum SC Freiburg abgewanderten Woo-Yeong Jeong ersetzen. Mit Offensivmann Dajaku „ist uns ein guter Transfer gelungen“, ist Hoeneß überzeugt, das schnelle Talent sei „eine 1:1-Lösung zu Jeong“. Ins Reich der Fabel hingegen verwies er Gerüchte über einen Abgang des niederländischen Angreifers Joshua Zirkzee. Der 18-Jährige wird gebraucht, um die Herausforderung 3. Liga zu bestehen. MATTHIAS HORNER