Erst 20, aber schon ewig ein Löwe

von Redaktion

Dennis Dressel erinnert an Lars Bender – Sein Berater ist Vater Hummels

VON LUDWIG KRAMMER

München – Ein Punkt zum Auftakt, nach einer ungenügenden ersten Halbzeit eine versöhnliche zweite – das 1:1 gegen Preußen Münster hätte typischer nicht sein können für Münchens führenden „Ja scho, aber trotzdem“-Verein. „Die Jungs müssen lernen, mit Mut und Überzeugung Fußball zu spielen“, sagte 1860-Trainer Daniel Bierofka. „In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft das Gesicht gezeigt, das ich sehen wollte. Nur im Strafraum waren wir dann teilweise einen Schritt zu spät dran.“

Ein unmissverständliches Signal an alle Löwen-Gönner: Mit Alleinunterhalter Sascha Mölders (34) sind die Löwen an vorderster Front nicht ausreichend besetzt. Wie sagte Sportchef Günther Gorenzel bereits vor zwei Wochen: „Wir brauchen aus meiner Sicht noch einen Stürmer, der Bälle ablegen kann, Kopfballduelle gewinnt.“

Der Auftritt der Mannschaft gegen Münster sollte der „Werd scho wern“-Fraktion die Augen öffnen. Hoffnung macht neben Rückkehrer Timo Gebhart vor allem Dennis Dressel. Der 20-jährige Langzeit-Löwe, seit der U 10 im Verein, gilt als eines der größten blauen Talente seit Jahren und erinnert in seinen besten Momenten an den jungen Lars Bender. „Ich denke, dass er momentan erst bei 70 Prozent ist“, sagt Bierofka über den gebürtigen Dachauer. „Wenn er noch aktiver wird, sich mehr zutraut und sein vorhandenes Potenzial ausschöpft, kann er ein richtig guter Spieler werden.“

Im Trainingslager in Oberösterreich hatte Sportchef Gorenzel den Blondschopf mit deutlichen Worten gekitzelt: „Dennis ist jetzt wieder ein bissl zu sehr in seinem alten Modus, wo er sich zu sehr versteckt. Er muss wieder aus seiner Komfortzone heraus, sich nicht denken, jetzt hab’ ich einen Profivertrag, jetzt stell ich mich wieder hinten an.“ Im Mai hatte Dressel seine Unterschrift unter den bis 30. Juni 2020 laufenden Vertrag gesetzt. Mit seinem Auftritt gegen Münster dürfte sich der Mittelfeldspieler mit dem gefährlichen linken Huf an Simon Seferings vorbei in die Startelf geschoben haben. Dressel riss in der Zentrale alle mit und war der Aktivposten im zweiten Durchgang. Nicht umsonst hat ihn Hermann Hummels, Vater von Dortmunds Weltmeister, unter seine Berater-Fittiche genommen.

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