Franck Ribery tanzte mit Algerien-Fahne umher und sang aus vollem Hals. Später posierte er in der Kabine mit den neuen Afrikameistern und hielt den goldenen Pokal im Arm. Der langjährige Bayern-Profi, der mit einer Algerierin verheiratet ist, war der Stargast auf einer Fußball-Party, die von Kairo aus das ganze Land erfasste. Die politische Zerrissenheit war für einen Moment vergessen. „Das ist unglaublich! Dieser Sieg ist für alle Algerier“, sagte Torhüter Rais M’Bolhi nach dem 1:0 im Finale des Afrika-Cups in Ägypten gegen den Senegal. Im Moment des Triumphes hatten sich die „Fennecs“ (Wüstenfüchse) wie an der Schnur gezogen zum Dankesgebet auf die Knie geworfen – zu Hause wurden sie von Zehntausenden auf Händen getragen. Nach der Ankunft in Algier wartete am roten Teppich der Premierminister Noureddine Bedoui, später ging es vier Stunden lang im offenen Bus quer durch die Hauptstadt zum Platz des 1. Mai – es war ein 15-Kilometer-Meer aus Fahnen und bengalischen Feuern, immer wieder der Ruf: „One, two, three, viva l’Algerie!“ Im Zentrum stand besonders Trainer Djamel Belmadi. „Er hat jegliche Elogen verdient“, sagte Premier-League-Star Riyad Mahrez von Manchester City, der mit Ribery ein Selfie schoss.