Flug mit Perspektive

von Redaktion

Pählerin Schmidbauer wird WM- 8. im Klippenspringen – Traum von Olympia

Gwangju – Bei ihrer spektakulären Flugshow aus 20 Metern sprang Iris Schmidbauer zwar deutlich an einer WM-Medaille vorbei, doch die Klippenspringerin will noch höher hinaus. Nach ihrem achten Platz beim High Diving in Gwangju hofft die 24-Jährige auf Olympia und einen Traumjob. „Ich denke, dass es früher oder später olympisch wird“, sagte die Bayerin: „Ich will bereit sein, wenn es so weit ist.“

Bei ihrer zweiten Weltmeisterschaft bewies die Pählerin mit dem schwierigsten Sprung der Frauen-Konkurrenz, dem Dreifach-Rückwärtssalto mit Doppelschraube, dass der Spaß die Angst besiegt hat. Bei ihrer Premiere vor zwei Jahren in Budapest war ihr noch „richtig schlecht“ gewesen, jetzt war sie „happy“.

Am Ende sammelte sie beim Sieg der australischen Titelverteidigerin Rhiannan Iffland mit ihren vier Sprüngen 233,55 Punkte. Mehr als 60 Zähler fehlten am Ende zur Bronzemedaille, mit der sie ein wenig geliebäugelt hatte. Aber sie hatte sich selbst bewiesen, dass sie die höchste Schwierigkeit meistern kann. „Ich konnte meinen schwierigen Sprung üben und mir im Wettkampf die Erfahrung holen“, sagte Schmidbauer, „das hat Spaß gemacht.“

Jetzt will sie nach ihrem „Leben aus dem Koffer“ seit einem Jahr in Dresden sesshaft werden und mit den Wasserspringern Tina Punzel und Martin Wolfram professioneller trainieren. „Vielleicht finde ich einen Sponsor, der mir dabei hilft“, sagte sie, „damit ich wirklich Vollgas geben, meine Sprünge perfektionieren und nächstes Jahr voll durchstarten kann.“

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV), der das bunte Völkchen der Klippenspringer bisher eher nebenbei begleitete, will dabei helfen. An einigen Maßnahmen der Nationalmannschaft um Rekordeuropameister Patrick Hausding durfte Schmidbauer schon teilnehmen. Jetzt will Wassersprung-Bundestrainer Lutz Buschkow sich „zusätzlich um High Diving kümmern und es ein bisschen pushen“.

Die spektakuläre und telegene Extremsportart zog auch auf der Sportanlage der Chosun Universität wieder zahlreiche Zuschauer an, die von Cheerleadern, lauter Musik und atemberaubenden Sprüngen unterhalten wurden. Die Aufnahme ins olympische Programm würde High Diving, das bislang vor allem vom Getränkehersteller Red Bull mit einer Weltserie betrieben wird, weiter voranbringen. „Noch ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht“, meinte Buschkow mit Blick auf seinen aufstrebenden Schützling Schmidbauer: „Mit ihr werden wir in den nächsten Jahren auf jeden Fall noch Erfolge erleben.“

Gerne hätte er noch ein paar mehr Wagemutige, die sich aus 20 – oder wie bei den Männern aus 27 Metern – in die Tiefe stürzen. „Die Wasserspringer sind momentan ein bisschen zurückhaltend“, meinte Buschkow schmunzelnd: „Ich will jetzt nicht sagen: Angsthasen.“  sid

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