Basketballer holen NBA-Star

Der Sportchef als Türöffner

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Sie waren ja auffällig entspannt geblieben, die Macher der Basketballer des FC Bayern, als mit Derrick Williams, Devin Booker und Stefan Jovic gleich drei Eckpfeiler des aktuellen Meisterteams ihren Abschied nahmen. So schmerzhaft sie auch seien – Abgänge wie diese, so stellte Geschäftsführer Marko Pesic fast schon verschwörerisch fest, seien auch eine Chance. Die Chance nämlich, sich zu verbessern.

Zuletzt sind Pesic und Kollegen mit dieser Herangehensweise ganz gut gefahren. Leistungsträger kamen und gingen auch ganz schnell wieder. Doch auf gut ist zuletzt auch tatsächlich immer wieder besser gefolgt. Jared Cunningham ging und Williams kam und auf den folgt nun also NBA-Center-Veteran Greg Monroe als neuer Leitwolf. Schönen Gruß an den eloquenten Sportchef Daniele Baiesi, der mit seinen Kontakten gerade in Übersee Türen geöffnet hat, die für die Bundesliga vor wenigen Jahren noch fest verschlossen waren. Und die ersten bösen Zungen melden sich: Vielleicht hat Noch-Präsident Uli Hoeneß ja doch seine Basketballer gemeint, als er im Winter ankündigte: „Sie werden überrascht sein, wen wir schon alles haben.“ Wie auch immer. Die Fangemeinde dürfte statt mit dem früheren Unbehagen eher mit Vorfreude auf die Dinge warten, die dieser Transfersommer noch bringen wird.

Es ist sicher keine verwegene Prognose wenn man annimmt: die Bayern werden zur neuen Saison noch einmal einen Schritt nach vorne machen. Das werden sie allerdings auch müssen. Vielleicht nicht in der Bundesliga, in der schon in der abgelaufenen Saison einzig Alba Berlin die Bayern ernsthaft ärgern konnte. Sehr wohl aber mit Blick nach Europa. In der Euroleague wurde in den vergangenen Wochen soviel Geld in die Hand genommen wie nie zuvor. Stars wechselten mit Hochgeschwindigkeit die Seiten. Die Bayern haben das selbst mit den prominenten Abgängen in Richtung Khimki Moskau und Fenerbahce Istanbul zu spüren bekommen. In einer Königsklasse, die noch einmal umfangreicher geworden ist. Ab sofort nehmen 18 statt bisher 16 Mannschaften die Top-8 des Kontinents ins Visier. Und die, daran hat gerade Hoeneß am Tag des Meisterstücks gegen Alba Berlin keinen Zweifel gelassen, sollen schon bald der Anspruch des FC Bayern sein.

Am liebsten schon in diesem Jahr.

patrick.reichelt@ovb.net

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