Die Welt ist ungerecht mit Manuel Neuer

von Redaktion

Niko Kovac kritisiert: Auf seinen Torhüter richten alle die Lupe – Starke Spiele auf US-Tour

Kansas City – Manuel Neuer machte in Kansas City seinen persönlichen Hattrick perfekt. Der Keeper des FC Bayern blieb auch im dritten Testspiel während der USA-Tour ohne Gegentreffer. Zugegeben, der 33-Jährige hatte immer nur die erste Halbzeit gespielt. Vor allem gegen Real Madrid (3:1) zeigte der Münchner Kapitän mit teils spektakulären Paraden aber, dass er wieder ganz der Alte ist.

Spricht man den FCB-Torhüter auf die Rückkehr zur gewohnten Stärke an, sagt er: „Ich bin immer da gewesen. Ich finde, dass ich bisher ein gutes Jahr 2019 spiele – und will daran natürlich anknüpfen.“

Vor fast zwei Jahren hatte sich Neuer zum wiederholten Mal den Mittelfuß gebrochen, war anschließend über 200 Tage ausgefallen und hatte sich gerade noch rechtzeitig zur WM 2018 zurückgekämpft. Der Ex-Schalker stand wieder zwischen den Pfosten, schien seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit aber verloren zu haben. Beim 1:1 gegen den FC Augsburg legte er Felix Götze den Ausgleich mit einem Patzer auf, beim 2:3 in Dortmund verursachte er mit falschem Timing einen Elfmeter gegen Marco Reus, beim Achtelfinal-Aus in der Champions League ließ Liverpools Sadio Mane Neuer nach einem langen Ball ganz alt aussehen. Natürlich gab es auch Spiele, in denen der Nationalkeeper glänzte wie im Pokalfinale gegen Leipzig. Auch in Amerika überzeugte der Kapitän, sorgte mit seinem Markenzeichen – den Ausflügen aus dem Strafraum – für regelmäßiges Raunen auf den Rängen.

Vor dem Rückflug nach Deutschland gab’s außerdem Lob von höchster Stelle. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge meinte: „Manuel ist als Kapitän ohne Frage sehr wichtig. Und er ist für mich nach wie vor der beste Torhüter der Welt, das habe ich gegen Real Madrid wieder einmal feststellen dürfen.“ Niko Kovac ist ähnlicher Ansicht, er stieß vor dem abschließenden Testkick gegen Milan sogar eine Diskussion an, ob für Neuer schlicht ein anderer Maßstab angelegt werde als für andere Keeper.

Der Coach sagte: „Auf Manuel gucken alle mit besonderen Augen und einer Lupe. Ich bleibe dabei, dass er uns in der letzten Saison oftmals Spiele gewonnen hat. Wenn er ein Tor passiert, wird immer geschaut, ob der Ball haltbar war. Bei anderen Torhütern sind die Unhaltbaren unhaltbar, da wird erst gar nicht diskutiert. Wir sollten eine gewisse Fairness an den Tag legen.“ Dazu zählt für Kovac auch, dass Spieler nach einer langen Pause, wie Neuer sie einlegen musste, Zeit bekommen, ehe die alte Leistungsfähigkeit als Maßstab angelegt wird. Der Trainer erklärte: „Wir wissen alle, dass Spieler, die aus einer langen Verletzungspause kommen, eine gewisse Sicherheit brauchen. Jeder Spieler fühlt in den Körper hinein.“ JONAS AUSTERMANN

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