VfB-Neuaufbau mit einem breiten Grinsen

von Redaktion

Zweitligastart: Stuttgart bezieht Selbstvertrauen aus seinen gewonnenen Tests

Stuttgart – Tim Walter fühlt sich pudelwohl in seiner neuen Rolle beim VfB Stuttgart. „Ich bin gerne Favorit. Das war ich die ganzen Jahre davor nicht, also nehme ich es gerne an“, sagte der neue Trainer der Schwaben vor dem Zweitliga-Auftakt am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen Mitabsteiger Hannover 96.

Von Holstein Kiel war Walter im Sommer zum fünfmaligen Deutschen Meister gewechselt. Den Druck, den er sich mit solchen Worten auch selbst auferlegt, scheint er zu genießen. Nach turbulenten Wochen und Monaten will Walter mit dem VfB wieder positive Schlagzeilen schreiben. Nach dem bitteren Relegations-K.o. gegen Union Berlin, einer chaotischen Mitgliederversammlung und dem Abgang von Präsident Wolfgang Dietrich sollen die Kräfte gebündelt werden für die Mission „direkter Wiederaufstieg“.

Walter selbst will dabei „mit einem breiten Grinsen“ vorangehen. Auch wenn er betont: „Ich bin kein Gute-Laune-Bär.“ Seit seinem Amtsantritt versprüht er geradezu aufreizend viel Optimismus. „Es ging darum, ein Feuer zu entfachen – mit Spaß, guter Stimmung sowie mit Ablenkung. Wir wollen Freude vermitteln, an dem was wir tun, denn das ist das Schönste, was es gibt.“ Walter spricht von einer „super Harmonie in der Truppe“.

Wie sich diese auf dem Platz auswirkt, kann heute erstmals unter Wettkampfbedingungen beobachtet werden. Das Duell mit den ambitionierten Hannoveranern verspricht einen echten Härtetest. Viel Zuversicht zieht der VfB aus der Vorbereitung. „Wenn wir alles abrufen, dann hat man auch gesehen, dass Gegner wie Basel oder Freiburg große Probleme hatten“, sagte Walter. Den Schweizer Spitzenklub schlug der VfB ebenso (3:2) wie den Bundesligisten (4:2).

Nach dem Abstieg wurde ein Umbruch eingeleitet. Kapitän Christian Gentner verließ den Club ebenso wie die Routiniers Andreas Beck, Dennis Aogo und Ron-Robert Zieler oder der französische Weltmeister Benjamin Pavard. U-21-Nationalspieler Timo Baumgartl zog es zu PSV Eindhoven. Verpflichtet wurden überwiegend entwicklungsfähige Spieler. Trotzdem oder gerade deswegen wird Stuttgart von der Konkurrenz als der Top-Aufstiegskandidat genannt.  sid

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