Das französische Drama nahm Freitagfrüh seinen Lauf. Gut 85 Kilometer vor dem Ziel stieg Thibaut Pinot unter Tränen vom Rad. Ein Muskelfaserriss im linken Oberschenkel beendete alle Träume des 29-Jährigen, der seit Jahren der große Pechvogel ist. Der Tour-Dritte von 2014, der noch nie in seiner Karriere das Gelbe Trikot getragen hatte, musste bei seiner siebten Teilnahme bereits zum vierten Mal vorzeitig aufgeben. 2016 stoppte ihn eine Bronchitis. Besonders bitter war sein Aus beim Giro d’Italia 2018, als er zwei Etappen vor Schluss Gesamtdritter war, ehe ihn eine Lungenentzündung stoppte. In diesem Jahr schien seine Stunde zu schlagen. Der Fahrer des Teams Groupama-FDJ hatte am Wochenende bei der Bergankunft zum Tourmalet triumphiert und galt danach bei vielen Experten als großer Favorit auf den Toursieg – am Freitag war alles vorbei.