Aus Wackelkandidaten werden Hoffnungsträger

von Redaktion

Bei Jerome Boateng und Renato Sanches standen die Zeichen auf Abschied – das könnte sich ändern

München – Die Münchner Sorgenkinder trumpfen auf. Renato Sanches und Jerome Boateng galten beim FC Bayern lange Zeit als Wechselkandidaten. Nun stand der eine (Boateng) zur Überraschung vieler statt 35-Millionen-Neuzugang Benjamin Pavard am Dienstag gegen Fenerbahce Istanbul in der Startelf und der andere (Sanches) sammelte mit Pressingaktionen und einem Tor gar Argumente für einen Startelfeinsatz am Samstag im Supercup bei Borussia Dortmund (20.30 Uhr, ZDF). Als Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf die Situation der beiden Spieler angesprochen wurde, wollte er nicht konkret darauf eingehen, meinte lediglich: „Die beiden Spieler werden behandelt wie alle anderen auch.“ Allerdings ist die Situation von Sanches und Boateng doch unterschiedlich zu bewerten.

Dem jungen Portugiesen konnten die Bayern-Bosse seine Wechsel-Flausen im Kopf dem Anschein nach austreiben, wie Sanches verrät: „Ich hatte ein Gespräch mit dem Trainer, Rummenigge und Brazzo. Es ist alles gut. Ich will nur das Beste für mich – in diesem Fall spielen. Spiele ich, bin ich glücklich. Spiele ich nicht, muss ich woanders hin, um zu spielen. Letztes Jahr habe ich mich auch gut gefühlt, aber nicht gespielt.“

Stand jetzt – um im Kovac-Jargon zu bleiben – spielt Sanches fleißig. So ganz traut er dem Braten aber noch nicht: „Vergangenes Jahr hat der Trainer auch gesagt, dass er auf mich zählt, und am Ende habe ich nicht gespielt. Dieses Jahr ist aber anders, ich bin bereit zu spielen und fühle mich gut.“ Auch physisch fühle er sich gut und die Mannschaft mache ohnehin einen guten Eindruck.

Nicht ganz so einfach erklärt ist die Situation von Boateng. Der Abwehrspieler ist nach wie vor gewillt, den Verein zu verlassen – wenn denn der passende Klub mit einem lukrativen Angebot für alle Beteiligten ums Eck kommt. Seine Wunschziele Paris Saint-Germain und Juventus Turin haben bereits andere Innenverteidiger verpflichtet, ein Angebot aus der Premier League hat Boateng offenbar ausgeschlagen.

Gut möglich also, dass er doch noch länger als geplant in München bleiben muss. Da kommt das Lob des Vorstandsvorsitzenden sicherlich nicht ungelegen: „Grundsätzlich hat er das auf der Amerika-Tour gut gemacht. Er kam relativ fit, hat in den beiden Spielen, die er gespielt hat, Pluspunkte gesammelt. Man muss jetzt mal abwarten. Wir haben Gespräche geführt, ich kann aber heute weder hü noch hott eine Aussage machen.“  bok, lop

Artikel 1 von 11