Präsidenten-Suche des DFB

Es gibt keine Ja-klar-doch-Lösung

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

Die Unruhe ist spürbar: Immer noch nicht der erwartete Name. Geht es schon wieder um die Bayern und darum, dass sie keinen weiteren Neuzugang haben? Nein, heute nicht. Thema soll der DFB sein. Der tut sich ja genauso schwer bei der Suche nach dem Präsidentschaftskandidaten, den man hinstellen kann und bei dem alle sagen: Großartig, der muss es sein. Eigentlich ist es beim DFB sogar drängender. Er will sich am 21. August erklären, da schließt sein Transferfenster. Die Bayern hingegen sind da noch in der gemütlichen Phase, ihre Frist ist der 2. September.

Jedenfalls: Der Profifußball wird schon unruhig, weil er mit dem Verband verbandelt ist und es auch sein Image beeinflusst, wer sich künftig PräsidentIn des Deutschen Fußball-Bundes nennen darf. Die eigens eingesetzte Findungskommission des DFB hält sich noch bedeckt, wen sie alles auf ihrer „Shortlist“ führt und im Auge hat. Und noch kein in Fußballkreisen gehaltenes Brainstorming hat zu einer Ja-klar-doch-Lösung geführt.

Ist ja auch schwer, jemanden zu finden, wenn man analysiert, wen der DFB schon an der Spitze hatte und eine Wiederholung vermeiden will. Es versuchten sich ehemalige Journalisten, Juristen, Politiker, Leute, die durch den DFB-Verwaltungsapparat gegangen waren ebenso wie solche, die aus dem Vereinsleben kamen. Wer in der Tat noch fehlte: verdiente frühere Nationalspieler. Der Grund dafür ist aber offensichtlich: Eine weitgehend ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht das, was ein Ex-Profi anstrebt, wenn er an anderer Stelle – als Trainer, Manager, Spielerberater, Experte beim Fernsehen oder als Geschäftsmann, dem der große Name hilft – noch gut verdienen kann. DFB-Präsident ist auch ein Amt, das man mit der Weisheit des Alters angehen sollte. Nichts für einen Mitt- bis Enddreißiger. Und ebenso wenig für Leute, die aus der Wirtschaft an eine gewisse Entscheidungsdynamik gewöhnt sind: Für sie ist der DFB zu langsam. Und der Präsident vor allem im angedachten künftigen Zuschnitt als Repräsentant nicht CEO genug.

Es steht zu erwarten, dass die Findungskommission einen konservativen (und wohl männlichen) Vorschlag präsentieren wird. Der von der Mitgliederversammlung abgenickt wird. Damit die Sache vom Tisch ist und man zu Tisch kann. Eine Kandidatur, die von außen und spontan kommt, ist im Kosmos DFB nicht möglich.

Guenter.Klein@ovb.net

Artikel 1 von 11