München – Es gibt bei den Machern der Basketballer des FC Bayern ja ein gerne kommuniziertes Grundprinzip. Wenn ein Spieler weiterzieht, so hat Geschäftsführer Marko Pesic einmal erklärt, dann soll er das mit einem Lächeln tun. Nun hat sich das mal wieder ausgezahlt. Offiziell ist die Sache noch nicht, aber die Bayern können die Saison mit einem prominenten Rückkehrer planen. Paul Zipser wird wieder Münchner. Der 25-Jährige kehrt nach zwei Jahren beim NBA-Club Chicago Bulls und einem Intermezzo beim spanischen Erstligisten San Pablo Burgos in den Audi Dome zurück und wird zur nächsten spektakulären Personalie, die der deutsche Meister auf seiner sommerlichen Einkaufstour präsentieren kann. Dem Vernehmen nach bindet sich der Forward, der sich zuletzt schon mit Maxi Kleber in München fit hielt, für zwei Jahre an die Bayern.
Der eine rein, der andere raus – weichen wird vorerst Robin Amaize. Der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen worden ist, soll sich auf Leihbasis beim Hauptrunden-Zweiten Oldenburg Spielpraxis holen und dann 2020 einen neuen Angriff in München nehmen.
Die Personalie Zipser dagegen hatten die Clubverantwortlichen ja schon im vergangenen Jahr zeitweise auf dem Tisch. „Paul ist unser Junge“, hatte Pesic da mehrfach erklärt, „wenn er zu Bayern München zurückkehren will, dann werden wir uns immer damit befassen.“ Seinerzeit allerdings litt Zipser immer noch unter den Nachwirkungen eines Ermüdungsbruchs im Fuß und entschied sich letztlich für den Wiederaufbau in Burgos.
Das ist zumindest eine kleine Parallele zu Zipsers erstem Engagement beim FC Bayern. Seinerzeit wechselte er mit einer schweren Sprunggelenksverletzung an die Isar und entwickelte sich innerhalb von drei Jahren zum NBA-Spieler. Und nun sucht er erneut nach einer schweren Blessur den Neuanfang in München. Dieser Umstand soll den Deal für die Bayern auch in einem erschwinglichen Rahmen halten.
Das ist überhaupt wieder ein Kennzeichen der Aktivitäten dieses Sommers. Für die namhaften Zugänge hat sich der Club wohl nicht allzu weit aus dem Fenster gelehnt. Der Branchendienst „Eurohoops“ hat dieser Tage eine Hitliste der zehn Bestverdiener der Euroleague aufgestellt, die Barcelona-Rückkehrer Nikola Mirotic mit 5,4 Millionen Dollar Jahresgehalt anführt. Neu-Bayer Greg Monroe aber, ohne Zweifel einer der größten Namen der kommenden Euroleague, hat es nicht auf die Liste geschafft. Dem Bericht zufolge wird der NBA-Veteran selbst mit allen vereinbarten Prämien am Ende der kommenden Spielzeit um knapp eine Million Dollar reicher sein. Auch Publikumsliebling Derrick Williams soll im kommenden Jahr eher zur Kategorie Schnäppchen gehören.
Auch nach dem Deal mit Paul Zipser steht bei den Bayern nun noch eine Position für die kommende Saison offen. Ein versierter Spielmacher soll bis zum Start noch kommen.