Kimmich beteuert: „Es war keine Absicht“

von Redaktion

Bayern-Verteidiger entschuldigt sich bei Sancho für seinen Tritt

Dortmund – Es war der Aufreger des Abends: In der 76. Minute des Supercup-Spiels gerieten FC Bayerns Joshua Kimmich und Jadon Sancho vor der Dortmunder Ersatzbank aneinander. Der BVB-Torschütze wollte verhindern, dass der Münchner einen Einwurf schnell ausführt. Das war nicht die feine englische Art – und der Anlass für einen Aussetzer von Kimmich. Der stieg Sancho auf den Fuß und hatte letztlich großes Glück, nicht vom Platz zu fliegen

„Im Spiel habe ich mich über die Gelbe Karte beschwert. Ich wollte den Ball mit der Sohle herholen – und in dem Moment hat Sancho sein Bein davor gestellt“, erklärte Kimmich später: „Es sieht vielleicht schlimm aus, war aber gar keine Absicht.“

Sancho musste nach dem Tritt angeschlagen ausgewechselt werden, verschwand später mit einem dicken gelben Verband in der Kabine. „Ich habe es erst gar nicht so gesehen, für mich war Gelb in Ordnung. Aber im Nachhinein war es wohl doch eine Rote Karte“, meinte Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung.

Das sah Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic freilich ganz anders: „Für mich war es überhaupt keine Karte, weil er den Ball mit der Sohle ziehen will – und zufällig kommt dann Jadon dazwischen.“ Immerhin präsentierte sich der Übeltäter durchaus selbstkritisch. „Mir ist aufgefallen, dass ich Sancho getroffen habe. Ich bin zu ihm gegangen und habe mich entschuldigt“, sagte Kimmich. Der Münchner Rechtsverteidiger beteuerte aber auch: „Ich hatte nicht die Intention, ihn zu verletzen oder ihm weh zu tun. Das wäre ja pure Dummheit gewesen.“ In diesem Zuge verwies Kimmich lächelnd auf seine letzte Rote Karte – in der A-Jugend.

Video-Assistent Robert Schröder sah sich die heiße Szene übrigens noch mal genau an, kam zu der Entscheidung, dass keine Tätlichkeit vorlag. Kimmich kam also glimpflich davon mit Gelb. Ein Platzverweis hätte eine Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht nach sich gezogen und somit womöglich eine längere Sperre. Glück im Unglück für die Bayern.  jau

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