Berlin – Die Rollen schienen klar verteilt zu sein. Schließlich ist Sprinterin Gina Lückenkemper (22) spätestens mit ihrem EM-Silber 2018 zur Strahlefrau der deutschen Leichtathletik aufgestiegen. Doch im Kampf um den Meistertitel über 100 m musste die Vizeeuropameisterin den Hauptpart Tatjana Pinto überlassen. Die 27-Jährige war in 11,09 Sekunden die klar Schnellste, Lückenkemper folgte mit 11,20 Sekunden auf Rang zwei.
„Ich wollte gewinnen, das ist mir gelungen“, sagte Pinto, der im Vorjahr aufgrund von Verletzungen Konstanz und Topform abhandengekommen waren. Nun ist sie beschwerdefrei und verfolgt ehrgeizige Ziele: „Ich will unter 11 Sekunden laufen.“
Lückenkemper nahm die Niederlage gelassen: „Ich bin mit etwas Skepsis in das Rennen gegangen, weil ich erst in zwei Monaten bei der WM richtig performen will. Da zählt es für mich.“ Wobei sie hinzufügte: „Tatjana hat ein saustarkes Rennen geliefert.“ Auch tags darauf über 200 m. Da siegte Pinto in 22,65 Sekunden und feierte somit das Sprintdouble. mm