DM IN BERLIN

Rehm springt außer Konkurrenz auf 8,32

von Redaktion

Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), hat sich für eine erneute deutsche Bewerbung um Olympische Spiele ausgesprochen. „Ich glaube, es würde uns gut zu Gesicht stehen gegenüber der Weltöffentlichkeit, wieder Gastgeber zu sein“, sagte Kessing am Rande der deutschen Meisterschaften in Berlin: „Ich persönlich bin der Auffassung, dass man solche großen Sportereignisse nicht mehr irgendwelchen totalitären Staaten überlassen soll.“ Auch eine „freiheitliche Gesellschaft“ sollte „eine bewusste Entscheidung pro einer solchen Veranstaltung treffen“, sagte Kessing. 1972 fanden in München zum bisher letzten Mal Olympische Spiele in Deutschland statt. „Ich bin als junger Mensch in München 1972 infiziert worden und kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“, sagte der Politiker.

Kugelstoßer David Storl (Leipzig) muss mehr denn je um seine Teilnahme an der Leichtathletik-WM in Doha/Katar (27. September bis 6. Oktober) zittern. Zwar verbesserte der Ex-Weltmeister bei den deutschen Meisterschaften in Berlin seine Saisonbestleistung um drei Zentimeter auf 19,77 m, blieb damit aber als Dritter der Titelkämpfe erneut deutlich unter der vom DLV geforderten Norm (20,70 m) für die Wüsten-WM. Der 29-Jährige, den zuletzt Rückenprobleme plagten, bekommt vom DLV allerdings die Chance, die Weite noch bis zum 6. September nachzureichen. Der dreifache Europameister deutete hinterher aber an, dass er die Saison womöglich vorzeitig abbricht. Das Ergebnis sei „total ernüchternd“, sagte er: „Es zeigt, dass man sich zusammensetzen und überlegen muss, was man jetzt macht.“ Er werde mit seinem Trainer analysieren, was Sinn macht. Vielleicht „mit Ach und Krach 20,70 m zu stoßen, da brauchst du eigentlich nicht zur WM zu fahren. Aber das müssen wir jetzt absprechen, was am sinnvollsten ist.“ Deutscher Meister wurde der Jahresbeste Simon Bayer (Sindelfingen) mit 20,26 m. Damit ging Storls große Serie von acht Meistertiteln hintereinander zu Ende.

Prothesenspringer Markus Rehm (Leverkusen) hat bei den deutschen Meisterschaften den weitesten Sprung hingelegt. Der Paralympics-Star sprang außer Konkurrenz 8,32 m, den deutschen Meistertitel sicherte sich derweil Fabian Heinle. Der Stuttgarter steigerte seine Saisonbestleistung auf 8,05 m – blieb damit aber zwölf Zentimeter unter der geforderten Norm für die WM in Doha. Rehm (30), dessen Bestleistung bei 8,48 m liegt, war 2014 deutscher Meister bei den Nichtbehinderten geworden, wurde dann aber vom DLV nicht für die anschließende EM nominiert, weil nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob er durch seine Prothese einen Vorteil hat. Seitdem darf der unterschenkelamputierte Rehm bei deutschen Meisterschaften außer Konkurrenz mitspringen.

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