München – Die Eltern von Leroy Sané hatten so ein Gefühl, dass dieser Sommer für die fußballerische Zukunft ihres Sohnes entscheidend werden könnte.
Bis vor Kurzem waren es nämlich Mutter Regina und Vater Souleymane, die als Berater-Duo die Interessen ihres Leroy vertraten. Zwischenzeitlich erarbeitete sich vor allem Mama Regina in England den Ruf einer knallharten Verhandlungspartnerin. Doch als Sané dann plötzlich ein unterschriftsreifes Angebot zur Vertragsverlängerung bei City vorlag und irgendwann auch der FC Bayern Interesse an ihrem Sprössling zeigte, wuchs ihnen die Beraterrolle über den Kopf – und sie suchten sich professionelle Hilfe.
Die fanden sie in London. Genauer gesagt in der berühmten Oxford Street. Dort hat die Agentur Doyen Global ihren Sitz. Das Unternehmen vermarktete unter anderem die Bildrechte von Sport-Superstars wie Neymar, Usain Bolt, Boris Becker und David Beckham. Letzterer soll laut „Bild“ nun zusammen mit David Gardner Sané in geschäftlichen Fragen beraten. Gardner ist der beste Freund von Beckham und ein alter Weggefährte: Beide spielten gemeinsam in den Jugendmannschaften von Manchester United. Gardner schaffte allerdings nie den Sprung zu den Profis. Stattdessen gründete er eine Sportagentur – zusammen mit Jason Ferguson, dem Sohn von Trainer-Legende Sir Alex.
Doch die beruflichen Wege der beiden trennten sich wieder. Gardner schloss sich Doyen an. Nun sorgt der Beckham-Intimus also federführend für den Mega-Deal des FC Bayern mit Sané. Und Gardner, Lebensgefährte von Schauspielerin Liv Tyler, ist in den Verhandlungen darauf bedacht, den maximalen Erfolg für Sané, dessen Eltern und auch seine Agentur herauszuschlagen. Das undurchsichtige Berater-Konstrukt bei Sané ist dem Vernehmen nach ein Grund, weshalb sich die Verhandlungen zwischen dem Nationalspieler und dem deutschen Rekordmeister so lange ziehen.
Zwar ist man bei den Münchnern intern mittlerweile trotz Sanés Verletzung zuversichtlich, dass der Transfer diese Woche perfekt gemacht wird, doch ein gewisses Rest-Risiko bleibt.
Fakt ist aber auch, dass sich Sané und die Bayern weitgehend einig sind. Lediglich Manchester City betreibt aktuell massive Preispolitik für seinen Noch-Spieler. Nach dem Sieg im Community Shield bekräftigte der Klub nochmals sein Dementi: Der Flügelspieler stünde nicht zum Verkauf – und schon gar nicht für nur 100 Millionen Euro.
Diese Aussagen tätigte nach dem Spiel ein City-Offizieller und klebte Sané öffentlichkeitswirksam ein Preisschild von 150 Millionen Euro auf die Brust. Erst dann sei der Verein gewillt, den Transfer in Erwägung zu ziehen. Ewig darf sich der Kaugummi-Deal um den Flügelstürmer aber nicht mehr ziehen. In England schließt der Transfermarkt bereits am Donnerstag.
Wenn Manchester City noch einen Sané-Ersatz verpflichten möchte, darf der Club nicht zu lange pokern. Das weiß auch Leroys Berater-Team.