Heimstetten – Selbst im vergleichsweise bescheidenen Regionalliga-Teich gehört der SV Heimstetten zu den kleinsten Fischen. Im Frühjahr hatte man es einzig dem FC Ingolstadt zu verdanken, dass trotz Platz 17 die daraus resultierende Rückversetzung in die Bayernliga ausblieb. Da die Reserve der Schanzer auf den letzten Platz gesetzt wurde, erhielt Christoph Schmitts Mannschaft unverhofft doch noch die Chance, über die Relegation die Klasse zu halten – die der SVH prompt nutzte.
Nach einem 1:1 auswärts sicherte sich Heimstetten im Rückspiel dank eines 2:1-Heimerfolgs über den Bayernliga-Zweiten TSV Rain/Lech den Ligaverbleib. Doch auch Rain stieg später über die zweite Relegationsrunde noch auf, am vergangenen Freitag begegneten sich die beiden Kontrahenten in der Regionalliga wieder. Nachdem zuvor alle drei Spiele verloren gegangen waren und sich der SVH von Beginn an sofort im Tabellenkeller wiederfand, feierte die Schmitt-Elf am Freitag mit dem 3:0-Erfolg immerhin den ersten Sieg der Saison. „Herz und Leidenschaft“ hätte seine Mannschaft in diesem Spiel gezeigt, sagte der 34-jährige Trainer ebenso erleichtert wie stolz.
Anders wird es in Heimstetten auch in dieser Spielzeit mit dem erneuten Ligaerhalt nicht klappen. Der Etat, der ohnehin schon einer der niedrigsten der Liga war, musste noch einmal gesenkt werden. „Es war auch letztes Jahr schon schwierig“, betont der Sportliche Leiter Michael Matejka, zusätzlich seien nun auch „noch ein paar Sponsoren abgesprungen“. Mit dem Vermögensverwalter Valexx konnte zuletzt immerhin ein neuer Trikotsponsor präsentiert werden, große Sprünge aber sind in Heimstetten dennoch weiter nicht möglich. „Wir haben ja schon mit der Bayernliga geplant“ erläutert Matejka, der die fünfte Liga eigentlich ohnehin als die richtige für den SVH betrachtet. Jetzt aber sind die Heim-stettener eben weiter Regionalligist – und wollen das auch bleiben, zumindest für ein weiteres Jahr.
Er sei „überzeugt, dass wir unsere Punkte sammeln werden“, betont Coach Schmitt. Zwar räumt er ein, dass „wir abspecken und deshalb gezwungenermaßen auf junge Spieler setzen mussten“, er selbst aber gehe diesen Weg voller Überzeugung mit. Ist Schmitt doch wie so viele seiner Spieler ein Eigengewächs des SVH. Der Weg mit eigenen Talenten ist alternativlos, in Heimstetten aber sind sie stolz darauf, durch die gute Nachwuchsarbeit überhaupt die Möglichkeit zu haben, diesen beschreiten zu können. Und wenn es in dieser Saison am Ende nicht gut geht, dann wird sich der SVH eben aufmachen, wieder dorthin zurückzukehren, wo er immer zu den kleinsten Fischen im Teich gehören wird. MATTHIAS HORNER