Rottach-Egern – Ein Autogramm hier, ein Selfie dort – bei der Ankunft am Tegernsee gestern haben die Profis des FC Bayern kaum Berührungsängste gezeigt. Gut, das Mannschaftshotel ist während des fünftägigen Trainingslagers in Rottach-Egern bestens abgeschirmt, aber das kann dem deutschen Rekordmeister ja niemand verdenken – die Vorbereitung auf die neue Saison steht ja trotz der Fanpflege unter dem Wallberg im Mittelpunkt.
Am Tegernsee sucht Trainer Niko Kovac ein wenig Ablenkung von den Sommer-Dauerthemen, wenngleich die sich auch in der oberbayerischen Idylle nicht ganz abschütteln lassen. Da ist der zu kleine Kader mit 17 Profis. Ins Trainingslager nahm Coach Niko Kovac deshalb vier Spieler der zweiten Mannschaft mit. Lukas Mai, Paul Will, Sarpreet Singh und Kwasi Okyere Wriedt dienen als Sparringspartner für die Profis.
Und dann ist da natürlich das Thema Leroy Sané. Der Transfer ging auch gestern bis Redaktionsschluss nicht über die Bühne. Auch über das Ausmaß der Knieverletzung von Sané gibt es nach wie vor keine Angaben.
Das Wechsel-Theater um den Nationalspieler ist vielschichtig. In der Dienstag-Ausgabe veröffentlichte diese Zeitung einen ausführlichen Artikel über die Rolle von David Beckham und dessen Kumpel David Gardner im Sané-Transfer und brachte das Duo mit der Agentur Doyen Global in Verbindung. Daraufhin meldete sich gestern Vormittag Beckhams Firma DB Ventures Limited (DBVL) per Mail und erklärte darin, dass sowohl Beckham als auch Gardner nie für Doyen gearbeitet hätten – und dass Doyen keine Verbindung zu Sané habe.
DBVL distanziert sich also demonstrativ von der zweifelhaften Spieleragentur. Denn: Doyen war Gegenstand der Football-Leaks-Veröffentlichungen, geriet wegen fragwürdiger Methoden bei Spieler-Transfers ins Visier der Enthüllungsplattform. Auf Rückfrage, welche Verbindung DBVL denn zu Sané habe, antwortete die Beckham-Agentur: „Das können wir nicht kommentieren.“
Dem Vernehmen nach, möchte die Firma Sané vor allem als Marke im internationalen Markt etablieren. Bei diesem Vorhaben könnte der FC Bayern eine entscheidende Rolle einnehmen. Doch dazu müsste der Wechsel erst einmal fix sein. bok/es