Köln – Im Streben um mehr Gerechtigkeit geht der Fußball neue Wege. Selbst das nicht gerade für seinen Reformeifer bekannte International Football Association Board (IFAB) hat sich im Zusammenspiel mit dem Weltverband FIFA zu umfangreichen Änderungen durchgerungen. „Viele Dinge sind sinnvoll“, kommentierte BVB-Vertreter Sebastian Kehl am Ende des Regel-Workshops der Vereine am Montag in Köln: „Ich hoffe, dass wir in der kommenden Saison nicht mehr so viele Diskussionen haben.“
Ein Hauptaugenmerk lag auf einer Präzisierung der Handspielregel. So werden künftig mit der Hand erzielte Tore prinzipiell aberkannt, auch wenn das versehentlich geschah. Springt der Ball vom Körper oder Kopf eines abwehrenden Spielers an die eigene Hand, liegt laut neuer Regel kein Vergehen vor. Das gleiche gilt, wenn ein Spieler den Ball im Fallen mit dem Arm berührt, der sich zum Abfangen des Sturzes zwischen Körper und Boden befindet. Befindet sich der Arm jedoch oberhalb der Schulter, wird das bis auf wenige Ausnahmen geahndet. Um die Clubs in die Entscheidungsfindung einzubinden, wurden ihnen 40 Handspielsituationen übermittelt, die von Trainern und Spielern bewertet werden sollten. „Die Grauzone und der Ermessensspielraum für die Schiedsrichter sind zwar kleiner geworden, es wird aber weiterhin Streitfälle geben“, sagt DFB-Lehrwart Lutz Wagner.
Die andere wichtige Regeländerung betrifft Trainer und Betreuer. Sie können bei unsportlichem Verhalten mit der Roten oder Gelben Karte bestraft werden. Der bei Rot vorgesehene Verweis auf die Tribüne ist mit einer Sperre von mindestens einem Spiel verbunden. Darüber hinaus plant die Liga eine Sperre für die Trainer nach der vierten Gelben Karte. Das DFL-Präsidium werde einen entsprechenden Antrag der Generalversammlung am 21. August vorlegen, kündigte Ansgar Schwenken, DFL-Direktor für Fußball-Angelegenheiten und Fans, an. dpa