Berlin – Fußball schauen und nett plaudern mit Rechten: Der Fall Daniel Frahn zeigt, wie weit der Einfluss extrem rechter Hooligans in ostdeutschen Clubs reichen kann. Frahn, bis Montag Kapitän des Drittligisten Chemnitzer FC, ist seinen Job los, weil er seine Mannschaft im Block zusammen mit als rechts eingestuften Gruppen anfeuerte. Dass jene die Macht in den Fankurven vieler Vereine haben ist nicht neu.
Der CFC positionierte sich klar, nachdem der verletzte Frahn am Samstag in Halle die 1:3-Niederlage der Chemnitzer laut im Fanblock des Auswärtsteams verfolgt hatte. Laut Verein habe er sich dadurch als „großer Sympathisant der rechtsradikalen und menschenverachtenden Gruppierung ,Kaotic Chemnitz’ herausgestellt.“
Schon beim Regionalliga-Skandalspiel am 9. März gegen VSG Altglienicke (4:4) hatte Frahn nach einem Treffer ein schwarzes T-Shirt mit der weißen Aufschrift „Support your local Hools“ hochgehalten. Er wurde gesperrt, zu einer Geldstrafe verurteilt – und begnadigt. „Ich fand es damals schon unglaubwürdig, dass er behauptet hat, nicht zu wissen, aus welcher Ecke dieses T-Shirt kam“, sagte Fanforscher Robert Claus: „Das Verhalten des Vereins finde ich an der Stelle konsequent.“
Warum aber schaffen es Hooligans überhaupt, bis in die Mannschaft zu wirken? „Man muss verstehen, dass diese Gruppen das Gewalt- und somit auch das Machtmonopol in der Chemnitzer Fanszene haben, was weit über das Stadion hinaus reicht“, sagte Claus. Die Spieler treffen sich also auch in der Freizeit mit Vertretern der Fans. „Dort werden auch dann Kontakte geknüpft“, so Claus: „Insofern ist der rechte und gewalttätige Teil der Fans durchaus fähig, Netzwerke aufzubauen und Dinge durchzusetzen.“ sid