Muichkandl-Cup, Schminke und coole Posen

von Redaktion

EHC München ist wieder auf dem Eis – nach dem Training wartet das Fotostudio auf die Spieler

VON GÜNTER KLEIN

München – Trainingsauftakt im Münchner Eishockey. Und seit Don Jackson den Ton angibt (Saison 2014/15), wird an den ersten zwei Tagen intern um den „Muichkandl-Cup“ gespielt. Muichkandl = Milchkanne. Den ausländischen Spielern muss das erst übersetzt werden. Philip Gogulla, der Rheinländer, hat von dem Format zumindest schon gehört.

Jackson lässt drei gegen drei Mann spielen. Auf ein Tor. Und er sagt an, welche Mannschaft angreift und welche verteidigen muss. „Kann schon sein, dass man zweieinhalb Minuten gar nicht vom Eis kommt“, sagt Gogulla, „das ist dann nicht so lustig.“ 40 Sekunden sind die übliche Belastungszeit für einen Eishockeyspieler. Zur Saisonfitness, das spürt Gogulla gleich mal, ist es noch ein Weilchen hin. „Aber am 15. September werde ich in Form sein. Oder wann geht die DEL los? Am 13.? Gut, am 13. September.“

Philip Gogulla ist der namhafteste Transfer des EHC München. Vergangene Saison hat er in 52 Hauptrunden-Spielen für die Düsseldorfer EG 52 Scorerpunkte gesammelt, schön aufgeteilt auf Tore und Assists (je 26). Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) zeichnete ihn als Stürmer des Jahres aus. Es war schon insofern eine besondere Geschichte, als der gebürtige Düsseldorfer erstmals eine Saison für die Düsseldorfer EG gespielt hatte. Zuvor war er 14 Jahre in Köln gewesen, die Haie wollten ihn dann loswerden, lösten den Vertrag auf, es kam zur Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht. Köln musste zahlen – und mitansehen, wie Gogulla beim Rivalen seine punktbeste Saison spielte. Es wurde allgemein damit gerechnet, dass Gogulla die Karriere bei der DEG fortsetzen und beenden würde. „Die DEG hat sich auch sehr um mich bemüht“, sagt er, „aber ich möchte endlich Deutscher Meister werden.“ Mit dem EHC München, Champion der Jahre 2016, 17 und 18, hält er das für möglich, wenngleich er registriert hat, dass sich die Verhältnisse in der DEL 2019 etwas verschoben haben: „Mannheim ist absolut verdient Meister geworden und sicher der große Favorit.“

„Mit Köln war ich dreimal im DEL-Finale, und es hat nicht geklappt“, sagt Gogulla. Für die Meisterambitionen hat er das Kapitel Nationalmannschaft 2017 beendet. „Ich habe acht Weltmeisterschaften in Folge gespielt – da werden die Sommer hinten raus immer kürzer.“

Geht man den Kader des EHC München durch, könnte man sich Philip Gogulla auf dem Platz von Michael Wolf vorstellen. Der Kapitän hat mit 38 seine Karriere beendet. „Das Wort ,ersetzen’ mag ich nicht“, meint Gogulla, „ich versuche einfach, das Eishockey zu spielen, das ich auch in Düsseldorf gezeigt habe.“

Wolf, der in Füssen lebt, wo er für seine Mountainbike-Gewalttouren berühmt ist, schaute beim Trainingsauftakt seines Ex-Teams zu, Bundestrainer Toni Söderholm war ebenfalls da. Der EHC ist ein Lieferant für die Nationalmannschaft. Bei der ersten Eiseinheit fehlten Jason Jaffray, der in der Reha ist, und Mark Voakes, der aus familiären Gründen noch einmal heim nach Nordamerika musste. Aufgefüllt wurden die Reihen mit den Oberligaspielern Silvan Heiß und Aziz Ehliz vom Kooperationspartner SC Riessersee.

Das EHC-Stammpersonal musste nach dem Training noch ins Film- und Fotostudio, das im VIP-Raum aufgebaut war. Die Spieler wurden geschminkt und mussten für DEL, Champions Hockey League und die Autogrammkarten ihres Clubs verschiedene Trikots und Poloshirts anziehen und coole Posen einnehmen. „Welche Größe brauchst du?“, fragt ein Angestellter Verteidiger Yannic Seidenberg, der antwortet: „L. Am Oberarm XL.“ Bei Maxi Kastner sind neue Autogrammfotos notwendig. Er präsentiert sich mit Kurzhaarschnitt. „Windschnittiger auf dem Eis.“ Die lange Mähne war sein Markenzeichen.

Philip Gogulla fühlt sich nach wenigen Tagen angekommen in München. „Die Stadt ist größer, aber nicht sehr viel anders als Düsseldorf.“ Der Unterschied ist: „Wir haben den Rhein, ihr habt die Isar.“

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