Emmering – Allzu große Hoffnungen hatte sich Zehnkämpfer Florian Obst nicht mehr gemacht, nachdem der erste Tag im Kampf um die Deutsche Meisterschaft in Bietigheim-Bissingen vorüber war. „Da sah es eher ein bisschen bescheiden aus“, kommentierte er seinen 4. Platz nach fünf Disziplinen. Doch dann startete der 26-jährige Leichtathlet aus Emmering/Landkreis Fürstenfeldbruck eine starke Aufholjagd, und als er sich über 1500 Meter auch noch zu einer neuen persönlichen Bestzeit (4:43,69 Minuten) gequält hatte, stand er – in Abwesenheit der nationalen Elite – mit 7413 Punkten als Sieger fest. „Das ist mein erster Deutscher Meistertitel und das bedeutet mir schon sehr viel. Ich bin glücklich, dass ich am zweiten Tag noch gut zurückkommen konnte,“ erklärte Obst, der für den SSV Ulm startet.
Dabei war die Saison bislang eher holprig verlaufen: „Leider hatte ich dieses Jahr immer wieder kleinere Wehwehchen.“ Verletzungen am Beuger, an der Ferse und am Innenband erschwerten seine Vorbereitungen enorm. Und so blieb Obst auch im Sportpark Ellental von Bietigheim-Bissingen bisweilen etwas unter seinem wahren Leistungsvermögen: „So manche Disziplin zeigte deutlich, dass meine ideale Form eigentlich noch gar nicht so da ist,“ erzählte er. Umso erstaunlicher also, dass es am Ende doch noch für ihn reichte. Obsts Dank galt dabei Zehnkampf-Bundestrainer Christopher Hallmann, dessen Athletengruppe er seit Januar angehört: „Er ist dafür verantwortlich, dass ich nach einer sehr schwierigen Vorbereitungsphase und ein paar Rückschlägen jetzt fit für den Zehnkampf war.“ ls